Früherer SPD-Chef Gabriel will nicht mehr für den Bundestag kandidieren

Er hatte mehrere Ministerposten und war acht Jahre lang SPD-Chef. Nun will Sigmar Gabriel nicht wieder als Abgeordneter kandidieren. Eigentlich hatte er das nicht vor der Europawahl verraten wollen.

Sigmar Gabriel (SPD)
Kay Nietfeld/ DPA

Sigmar Gabriel (SPD)


Sigmar Gabriel will nach SPIEGEL-Informationen nicht wieder für den deutschen Bundestag kandidieren. Er soll die drei Vorsitzenden seiner regionalen SPD-Kreisverbände bereits Anfang Mai darüber unterrichtet haben.

Es hieß, dass der 59-Jährige schon länger entschieden sei, seine politische Laufbahn zu beenden. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Gabriel habe seine Entscheidung eigentlich nicht vor der Europawahl öffentlich machen wollen, um den Wahlkampf nicht unnötig zu destabilisieren, hieß es.

Gabriel war bis 2017 acht Jahre lang Chef der SPD und bekleidete mehrere Ministerposten. Seine Partei steckt zurzeit in einer Krise. Kurz vor der Europawahl kommt sie laut einer Meinungsumfrage von SPIEGEL ONLINE nur noch auf knapp 17 Prozent, auch bei der Bürgerschaftswahl in Bremen drohen ihr starke Verluste.

In der Partei wird gemutmaßt, dass im Fall herber Niederlagen die Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles noch vor der angestrebten Wiederwahl im September gehen muss.

Seit Wochen kursieren Namen mehrerer möglicher Nachfolger an der Fraktionsspitze, darunter Martin Schulz, Arbeitsminister Hubertus Heil, Generalsekretär Lars Klingbeil und der nordrhein-westfälische Abgeordnete Achim Post.



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vme/mfh

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insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
legeips62 25.05.2019
1. Gut so...
Deutschland braucht Lehrer.. Oder will er gar Vorstand oder Aufsichtsrat werden? Dann hoffe ich, bitte nicht bei uns...
k70-ingo 25.05.2019
2.
Zitat von legeips62Deutschland braucht Lehrer.. Oder will er gar Vorstand oder Aufsichtsrat werden? Dann hoffe ich, bitte nicht bei uns...
Hoffentlich pfuscht er nicht weiter in Sachen Nordkorea herum. Dafür fehlen ihm Expertise und Fingerspitzengefühl. Das ist ein Thema für Leute, die sich damit auskennen, das begreift man nicht mal so eben nebenbei.
zausi 25.05.2019
3. Würde ich...
auch machen an seiner Stelle. Gott sei Dank muß der Herr nicht Rente einreichen wo er 45 Jahre hätte einbezahlen müssen. Sonst müsste er von 680 Euro leben bei min 500euro Kaltmiete. Seine Haufen Posten kommen ihm für seine Pensions Ansprüche zu gute, des weiteren bekommt er bestimmt noch zu dem bisschen Geld, ein gnaden Brot von der Wirtschaft, ganz solidarisch gesehen versteht sich.....
hfr52 25.05.2019
4. Viel zu spät
Er will den Wahlkampf nicht destabilisieren? Vermutlich ist die Auswirkung eher positiv, wenn sich Leute wie Gabriel endlich zurückziehen.
fradu-koeln 25.05.2019
5.
Er ist einer der Architekten des Niedergangs einer einst stolzen Partei. Der Prototyp des sich selbst uebertschätzenden Provinzpolitikers, der mit dem Charme einer Abrissbirne agiert. Nur wenn es darum ging, sich Wahlen durch das Volk zu stellen, zog er ein, was denn eben einzuziehen war. Die Luecke, die er reisst, wird ihn ersetzen.
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