Silvesterknallerei Berliner Grüne wollen das Böllern verbieten

Für manche Zeitgenossen ist das ungehemmte Rumknallen zum Jahreswechsel das Größte. Andere sind von den Knallkörpern genervt. Die Berliner Grünen fordern nun ein Böllerverbot für Privatpersonen.

Wenn es nach den Berliner Grünengeht, wird es an Silvester künftig ruhiger zugehen. Die Delegierten des Landesparteitags beschlossen am Samstag mehrheitlich, dass privates Böllern verboten werden soll. Demnach soll der Verkauf und Gebrauch von Böllern zu Silvester tabu sein. Stattdessen soll es mehr öffentliche Feuerwerke geben.

Vor dem Beschluss hatte es auch Gegenreden zu dem Antrag gegeben. Als Begründung für ein Verbot wurden im Gegenzug unter anderem Lärm, Feinstaubbelastung, Gefahr für Tiere und Verletzungen genannt.

Der Verkauf von Raketen und Böllern ist auf Bundesebene geregelt und nur an wenigen Tagen vor Silvester erlaubt. In ihrem Antrag fordern die Grünen das Land Berlin deshalb auf, eine Bundesratsinitiative zu einem bundesweiten Verkaufsverbot an Privatpersonen und die Nutzung von Böllern durch diese zu starten.

Feinstaubwerte um 1 Uhr am 1. Januar 2018 (Messungen gibt es nur an den Punkten, die Werte in den übrigen Regionen wurden davon abgeleitet.)

Feinstaubwerte um 1 Uhr am 1. Januar 2018 (Messungen gibt es nur an den Punkten, die Werte in den übrigen Regionen wurden davon abgeleitet.)

Foto: Umweltbundesamt

Im Januar hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) angekündigt, das Böllern an Silvester an einigen Berliner Orten verbieten zu wollen. Hintergrund sind unter anderem Angriffe auf Rettungskräfte und Polizei. Anders als der jetzige Beschluss der Grünen handelt es sich aber nicht um ein flächendeckendes Böllerverbot. In Berlin regiert ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen.

Vor dem Jahreswechsel hatte sich eine Mehrheit der Deutschen in einer Umfrage für ein Verbot von Feuerwerk in Innenstädten ausgesprochen. Knapp 60 Prozent von mehr als 5000 Befragten waren demnach für ein generelles Böllerverbot in dicht besiedelten Gegenden. Das geht aus einer Onlineerhebung des Instituts Civey für die Funke Mediengruppe hervor. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich dagegen im SPIEGEL gegen schärfere Vorschriften ausgesprochen.

brt/dpa