Solingen Unterkunft für Flüchtlinge mit Hakenkreuzen besprüht

Die Hausfassade und der Gehweg wurden mit schwarzer Farbe verunstaltet: In Solingen haben unbekannte Täter Hakenkreuze an ein Gebäude gesprüht, in dem Flüchtlinge untergebracht sind. Der Staatsschutz ermittelt.

Derzeit sucht die Polizei noch nach Zeugen, doch ein ausländerfeindlicher Hintergrund scheint schon jetzt höchst wahrscheinlich. Unbekannte haben eine Flüchtlingsunterkunft im Zentrum von Solingen mit Hakenkreuzen beschmiert.

Der Hausmeister habe die Schmierereien bereits am Donnerstagmorgen entdeckt, berichtete die Polizei in Wuppertal am Freitag. Demnach wurden mit schwarzer Farbe je zwei Hakenkreuze auf die Fassade und auf den Fußweg vor dem Gebäude gesprüht.

Nun hat der Staatsschutz seine Ermittlungen aufgenommen. Bei einem rechtsextrem motivierten Brandanschlag auf ein Wohnhaus waren 1993 in Solingen fünf Menschen türkischer Herkunft getötet worden.

Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass im niederrheinischen Moers ebenfalls eine geplante Flüchtlingsunterkunft mit Hassparolen beschmiert worden war. Der Brandanschlag von Tröglitz, bei dem ein Gebäude unbewohnbar gemacht wurde, hatte zudem sogar international für Schlagzeilen gesorgt.

Insgesamt ist die Zahl rassistischer Angriffe auf deutsche Asylbewerberheime zuletzt stark angestiegen. Wie der "Tagesspiegel" bereits im Februar berichtet hatte, zählten die Behörden im vergangenen Jahr 150 rechtsextremistisch motivierte Straftaten, dreimal mehr als 2013. Allein im vergangenen Quartal waren es 67 Taten.

Die Angriffe richteten sich gegen Unterkünfte oder ihre Bewohner - sie reichten von Volksverhetzung bis zu Angriffen mit Waffen oder Brandsätzen. Die Zeitung berief sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

jok/dpa