Sozi-Lob Wowereit, der Babyshamble der SPD

Frei, authentisch, ohne Angst: So beschreibt der ehemalige Regierungssprecher Anda den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Auch wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Skandal-Rocker Pete Doherty sei Wowereit der wahre Hoffnungsträger der SPD.


Berlin - Eben hat sich die SPD an Kurt Beck gewöhnt, da wird ein neuer sozialdemokratischer Hoffnungsträger aufs Schild gehoben: Béla Anda, einst Regierungssprecher von Rot-Grün, hält Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit für den wahren Mann der Zukunft in der SPD. "Wowereit ist frei, authentisch und ohne Angst", rühmt Anda den Hauptstadt-Politiker im Politikmagazins "Cicero".

SPD-Politiker Wowereit: Ist er der neue Hoffnungsträger seiner Partei?
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SPD-Politiker Wowereit: Ist er der neue Hoffnungsträger seiner Partei?

In relevanten Umfragen liege Wowereit mit SPD-Chef Kurt Beck gleichrangig auf Platz eins, betonte der Ex-Sprecher von Altkanzler Gerhard Schröder. Anda war von 2002 bis 2005 Sprecher der Bundesregierung, heute ist er Kommunikationsdirektor des Finanzdienstleisters AWD Holding. Ursprünglich war Anda Journalist.

Anda verglich Wowereit mit dem skandalträchtigen englischen Popstar Pete Doherty, "allerdings ohne Drogen und ohne Hut", wie er hinzufügte. Wie Doherty, der gerade mit seiner Band Babyshambles das von Rock-Kritikern gefeierte Album "Shotters Nation" vorgelegt habe, reife auch Wowereit, ohne sich dabei aufzugeben oder zu verkrampfen, schrieb Anda laut Vorabbericht.

Der Berliner Regierungschef hatte zuletzt Parteichef Kurt Beck im innerparteilichen Machtkampf mit Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering um die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I unterstützt. Der SPD-Politiker regiert die Bundeshauptstadt seit 2001, zunächst mit den Grünen, ab 2002 mit der PDS beziehungsweise der Linken. Vor einigen Wochen erschien unter großer medialer Begleitung Wowereits Autobiografie.

Doherty machte in den vergangenen Jahren mehr durch seine Drogenexzesse und seine Beziehung zu Supermodel Kate Moss als durch seine Musik von sich reden.

flo/ddp/AP



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