»Nicht das passende Format« Spahn bedauert irritierende Laschet-Werbung auf Parteitag

Beim CDU-Parteitag sprach sich Jens Spahn in einer Fragerunde an die Kandidaten für seinen Tandempartner Laschet aus. Nun hält er den Werbeblock für unangebracht – und die entstandenen Irritationen.
Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag

Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag

Foto: Michael Kappeler / dpa

Auf dem digitalen CDU-Parteitag hatte sich Gesundheitsminister Jens Spahn im Rahmen einer Fragerunde für den Vorsitzkandidaten Armin Laschet ausgesprochen. Die Wortmeldung ließ viele Beobachter staunen – und wurde als unangebrachte Wahlwerbung im Rennen um den CDU-Vorsitz aufgefasst.

Spahn ist Laschets Tandempartner. Jetzt hat sich Spahn auf Twitter erklärt. »Ich sehe im Nachhinein: Es war nicht das passende Format«, schrieb der Minister. »Das bedauere ich.«

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Auf dem Parteitag war Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet zum neuen CDU-Chef gewählt worden, Spahn zu einem der Vizevorsitzenden. Der Parteitag fand erstmals komplett digital statt. Vor Ort im Studio waren Laschet und seine Konkurrenten, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und der frühere Minister Norbert Röttgen. Die insgesamt 1001 Delegierten saßen hingegen daheim und schauten im Livestream zu.

Alle drei Kandidaten hatten vor der Wahl je 15 Minuten Redezeit, dann folgte eine virtuelle Fragerunde. Nur drei CDU-Mitglieder hatten auch aufgrund technischer Probleme die Chance, eine Frage zu stellen, einer davon war Jens Spahn.

Der Minister hatte dann aber in seiner Schalte keine Frage, sondern schickte lieber Grußworte gen Laschet. Laschet sei die »richtige Antwort« auf die nun anstehende Personalfrage, sagte Spahn. Der NRW-Ministerpräsident habe die Fähigkeit, verschiedene Lager zusammenzuführen: »Er lebt Zusammenhalt.« 

Parteitag straft Spahn ab

Spahn hatte sich 2018 auf dem CDU-Parteitag erfolglos auf den Posten des CDU-Chefs beworben, unterlag damals aber Merz und der dann siegreichen Annegret Kramp-Karrenbauer. Die nun scheidende CDU-Chefin hatte Anfang 2020 ihren Rückzug vom Amt verkündet. Spahn schloss eine neue Kandidatur aus und kündigte stattdessen die Unterstützung Laschets an. Er selbst fungierte die vergangenen elf Monate als Vizekandidat.

Bei der Wahl zu den Vizevorsitzenden musste Spahn dann jedoch das schlechteste Ergebnis der Runde hinnehmen. Fünf Stellvertreterinnen und Stellvertreter wurden von den 1001 Delegierten auf dem Parteitag gewählt. Spahn holte 589 Stimmen. Die ausreichende Mehrheit – von allen Bewerbern das schlechteste Ergebnis.

mrc
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