Höchststand seit Mai Spahn hält tausend Neuinfektionen am Tag derzeit für unkritisch

"Damit können wir umgehen": Der jüngste Anstieg der Infektionen in Deutschland ist laut Gesundheitsminister Jens Spahn beherrschbar. Allerdings könnte das Ferienende neue Probleme mit sich bringen.
Jens Spahn mit Mundschutz (im April 2020): "Die Pandemie ist noch nicht vorbei"

Jens Spahn mit Mundschutz (im April 2020): "Die Pandemie ist noch nicht vorbei"

Foto: FRANK RUMPENHORST/ AFP

Über Monate war die Kurve nach unten gegangen. Nun jedoch haben die täglichen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland wieder eine vierstellige Zahl erreicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg jedoch klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht.

"Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-"heute-journal".

"Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen." Also müssten alle Deutschen wachsam bleiben und die Hygieneregeln unbedingt einhalten, hatte Spahn zuvor erklärt.

Zuletzt hatte das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß.

Spahn betonte noch einmal die generelle Vorgabe, im Extremfall vor allem auf regionale Maßnahmen zu setzen. Auf die Frage, ab wann neue Einschränkungen nötig würden, betonte Spahn, es gebe nicht "die eine Zahl, auf die alles reduziert werden kann". "Es gibt den Steigerungsfaktor - also um wie viel dynamischer wird das Infektionsgeschehen? Es gibt die absolute Zahl der Infektionen. Mit um die 1000 Neuinfektionen pro Tag kann das Gesundheitswesen umgehen."

Für Reisende aus bestimmten Gebieten steht ein Test an

Die Schwelle von 1000 war zuletzt im Mai überschritten worden. Dann war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Zurzeit verzeichne man viele kleinere Ausbrüche bei Familienfeiern etwa oder am Arbeitsplatz. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte Spahn. Jetzt endeten langsam auch die Ferien, viele kämen aus dem Urlaub zurück. Deswegen bestehe die Gefahr, dass die Infektionszahlen weiter stiegen.

Wer aus einem vom RKI gekennzeichneten Risikogebiet kommt, musste sich bisher direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden oder ein negatives Testergebnis vorlegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. Ab Samstag gilt für diese Reisenden nun: Wer einen solchen Test nicht vorweisen kann, muss ihn in Deutschland innerhalb von 14 Tagen nachholen.

jok/dpa
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