Kampf gegen die Pandemie Spahn plädiert für Lockerung der Regeln noch im Winter

Auf rasche Lockerungen der Corona-Regeln will sich Jens Spahn nicht festlegen. Doch der Gesundheitsminister sagt auch: »Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben.«
Gesundheitsminister Jens Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen noch im Winter plädiert. »Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben«, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Das würden wir nicht gut aushalten als Gesellschaft.« Bei den Lockerungen seien »auf jeden Fall zuerst Kitas und Schulen dran«, betonte er.

Der derzeitige harte Corona-Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar befristet. Bei einer Konferenz am Mittwoch kommender Woche wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland gehen seit Wochen zurück.

Spahn nannte die Zahlen »ermutigend«. Er ließ aber offen, ob Lockerungen bereits ab Mitte Februar kommen könnten. Es lasse sich »noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen«. Kalendarisch endet der Winter am 19. März.

»Brauchen verantwortungsvollen Übergang«

Der Gesundheitsminister verwies auf die in den vergangenen Wochen festgestellten neuen Varianten des Coronavirus, die als ansteckender gelten als dessen frühere Formen. Vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz werde das Robert Koch-Institut (RKI) erste Ergebnisse zur Verbreitung der Mutanten bekannt geben. »Klar ist: Wir brauchen einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in einen neuen Normalzustand«, betonte Spahn.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 14.211 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag in Deutschland. Vor genau einer Woche hatte das RKI 17.553 Neuinfektionen gezählt. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro Hunderttausend Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bei 80,7.

Der Virologe Christian Drosten hatte am Dienstag eindringlich vor zu frühen Lockerungen gewarnt. »Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten«, sagte der Charité-Wissenschaftler im Podcast »Coronavirus-Update« bei NDR-Info.

kev/AFP
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