Sparpaket Regierung plant noch mehr Einschnitte beim Elterngeld

Beim Elterngeld soll es höhere Einschnitte geben als bisher bekannt. Einem Zeitungsbericht zufolge will die Regierung auch bei Mini-Jobbern und Beziehern des Kinderzuschlags kürzen. Damit werden bei ärmeren Familien fast drei Viertel der geplanten Einsparungen vorgenommen.
Eltern mit Kleinkind: Vor allem ärmere Familien sind von Einsparungen betroffen

Eltern mit Kleinkind: Vor allem ärmere Familien sind von Einsparungen betroffen

Foto: DDP

Berlin - Das Bundesfamilienministerium muss sparen - auch beim erst 2007 eingeführten Elterngeld. Insgesamt sollen die Ausgaben dafür im Zuge des Sparpakets der Bundesregierung um 600 Millionen sinken. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge liegen nun genauere Pläne dafür vor. Demnach sollen auch Mini-Jobber und Paare, die den sogenannten Kinderzuschlag erhalten, künftig deutlich weniger Geld erhalten als bisher. Das Blatt beruft sich dabei auf einen Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums.

Bekannt war bisher, dass das Sparpaket der Bundesregierung vorsieht, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen. Nun also kommen offenbar weitere Gruppen hinzu: Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz-IV-Leistungen erhalte und so sein Einkommen aufstocke, werde um bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen, berichtet die "Süddeutsche".

Aus dem Referentenentwurf von Familienministerin Kristina Schröder gehe hervor, dass die schwarz-gelbe Koalition den Beziehern höherer Einkommen deutlich weniger zumute als den ärmsten Eltern. So wolle die Regierung etwa 155 Millionen Euro durch ein niedrigeres Elterngeld bei Nettoeinkommen von mehr als 1240 Euro im Monat sparen. Fast dreimal so hoch seien die Kürzungen bei den ärmeren Familien - sie summieren sich auf 440 Millionen Euro. Zur Begründung werde in dem Entwurf darauf verwiesen, dass es für erwerbsfähige Hartz-IV- Bezieher stärkere Anreize geben müsse, eine Arbeit aufzunehmen.

Bisher ist bei Empfängern anrechenbarer Nettoeinkommen von mehr als 1240 Euro im Monat lediglich vorgesehen, den Lohnersatz von 67 Prozent auf 65 Prozent zu senken. Vorschläge aus der FDP, auch bei den Besserverdienenden zu sparen, fanden bisher bei der CDU-Politikerin Schröder keinen Anklang. So hatte sich die FDP-Bundestagsfraktion dafür ausgesprochen, den Grundbetrag für jene Eltern zu streichen, die vor der Geburt nicht berufstätig waren.

ler/dpa
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