Andrea Nahles über ihr Image "Egal, was ich mache, es ist immer irgendwie halb falsch"

"Die Bärbeißige, die Königsmörderin": Andrea Nahles weiß, dass sie von manchen so betitelt wird - und es ist ihr nicht egal. Der SPIEGEL hat die Politikerin im Wahlkampf begleitet.

Andrea Nahles
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Arbeitsministerin Andrea Nahles hadert bisweilen mit ihren öffentlichen Zuschreibungen. "Ich bin nicht sehr mädchenhaft", sagte die SPD-Politikerin auf einer Veranstaltung mit Frauen aus ihrem Wahlkreis.

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Heft 37/2017
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"Ich habe oft das Problem, dass ich dann dargestellt werde mit Beschreibungen, die nicht sehr nett sind, die Bärbeißige, die Königsmörderin, nur weil ich mir nicht gefallen lassen wollte, dass ich mal wieder weggeschubst wurde." Das sei bis zum heutigen Tag ein schwieriger Spagat, so Nahles. "Denn wenn ich so bin, wie ich bin, ist das nicht richtig. Egal, was ich mache, es ist immer irgendwie halb falsch."

Der SPIEGEL begleitete die seit 2013 amtierende Arbeitsministerin für ein Porträt über Wochen. So auch Ende August auf der Veranstaltung im rheinland-pfälzischen Andernach, wo sie bedauerte, seit 22 Jahren öffentlich beobachtet zu werden: "Da wird man irgendwann verrückt." Nahles war mit 25 Jahren an die Spitze der Jusos aufgestiegen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die 47-Jährige beklagte zudem, dass Frauen in der Politik Eigenschaften wie Ehrgeiz und Machtwillen angekreidet würden, während Männer sich für die gleichen Eigenschaften nie rechtfertigen müssten. "Die Jungs werden anders kommentiert", sagte Nahles: "Mir fallen da frühere Parteivorsitzende bei uns ein, die mit solchen Eigenschaften prima durchgekommen sind."

Kürzlich hat Andrea Nahles betont, das Amt der Arbeitsministerin nach der Wahl gern weiterführen zu wollen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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Seite 1
hevopi 09.09.2017
1. Liebe Frau Nahles,
ich bewundere Sie, obwohl ich kein Fan der SPD bin. Sie sind eine Realistin, keine Dummschwätzerin und wenn es in der SPD mehr von diesen ehrlichen Persönlichkeiten gäbe, hätte sie auch eine reale Chance, im Wahlkampf nicht immer nur Stimmen an etablierte Parteien zu verlieren.
pamhalpert 09.09.2017
2. Halb???
Liebe Frau Nahles, das Tarifeinheitsgesetz war nicht nur halb, sondern ganz falsch und hätte es so mit einem SPD-Arbeitsminister nicht geben dürfen. Und wenn es Ihnen wirklich um das Prinzip "gleicher Betrieb, gleiche Rahmenbedingungen" gegangen wäre, hätten Sie ja auch die Leiharbeit mal abschaffen müssen. Fakt ist, das Sie das personifizieren, was mit der SPD falsch läuft und warum sie zurecht bei 20% rumkrebsen: das S zählt nichts mehr und wurde von Ihnen und Ihren Parteigenossen erfolgreich zu Grabe getragen. Kein politisch halbwegs interessierter Mensch glaubt Ihnen oder Ihrem Kanzlerkandidaten mehr. Mut und soziales Engagement man sich in den Jahren der GroKo erfolgreich abtrainiert. Also, Frau Nahles. Wenn man die Dinge so angeht, wie Sie, dann muss man mit den Konsequenzen leben können. Nicht jammern, machen. Oder zur FDP wechseln, da wären Sie mit Ihrer wirtschaftsfreundlichen Politik sicherlich herzlich willkommen und würden viel Lob erfahren!
eugler 09.09.2017
3. 'halbfalsch' ist ganz falsch
Frau Nahles hat sicher das Herz am rechten Fleck, aber ist leider völlig unbegabt größere Zusammenhänge zu erkennen. Die Folge ist - sie erkennt die echten Probleme, gibt aber die völlig falschen Antworten. Wer das peter-Prinzip kennt, weiß auf welcher Stufe Frau Nahles angekommen ist.
Jarek M 09.09.2017
4. Sie möchte Arbeitsministerin bleiben?
Hoffentlich nicht. BTW, was Frau Nahles "halbfalsch" macht ist ihre frühere Selbstdarstellung als Perteilinke, nur um dann endlich im Amt vorzugsweise arbeitnehmerfeindliche Gesetze im eigenen Hause zu produzieren. Sie steht also exemplarisch für das, wofür die ganze SPD heutzutage steht: "Wirtschaftsfreundlichkeit". Frei nach dem Labour-Motto: For the Money Not For You
i.dietz 09.09.2017
5. Wenn Frau Nahles
nicht selbst dahinter kommt, was sie "falsch" macht, dann sollte sie mal die "normalen" Bürger fragen und sich nicht nur von PR-Beratern umsäuseln lassen !
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