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Neustart der SPD Andrea Nahles zur Fraktionschefin gewählt

In der SPD werden nach der Wahlniederlage einige Ämter neu vergeben. Andrea Nahles führt künftig die stärkste Oppositionsfraktion im Bundestag an - wenn die Partei bei ihrem Wort bleibt.

Die SPD-Fraktion will mit Andrea Nahles an der Spitze in die Opposition ziehen. Die bisherige Bundesarbeitsministerin ist von den anderen Abgeordneten ihrer Partei zur neuen Fraktionschefin gewählt worden. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE.

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Die Abgeordneten wählten die 47-Jährige demnach mit 137 zu 14 Stimmen zur Fraktionschefin. Das entspricht einer Zustimmung von rund 90 Prozent.

Die dem linken Parteiflügel zugerechnete Nahles löst damit den bisherigen Fraktionschef Thomas Oppermann ab, der auf eine neue Kandidatur verzichtet hatte. SPD-Chef Martin Schulz hatte Nahles zuvor als neue Chefin vorgeschlagen. Gegen die rasche Personalentscheidung hatte es aber Widerstand gegeben.

Bundesfamilienministerin Katarina Barley übernimmt von Nahles zusätzlich das Arbeitsministerium . "Die SPD wird diese Koalition gut und verantwortungsvoll zum Abschluss bringen", sagte Barley. "Dazu gehört auch, dass wir die Arbeit in den Ministerien weiterführen."

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl laut vorläufigem Endergebnis nur 20,5 Prozent der Stimmen erreicht - ein Rekordtief seit 1949. Schulz hatte noch am Sonntagabend angekündigt, dass die SPD nach dem Wahldebakel in die Opposition gehen werde. Der frühere SPD-Kanzler Gerhard Schröder stellt inzwischen allerdings die Frage, ob es vernünftig war, eine Regierungsbeteiligung auszuschließen.

Der Finanzexperte Carsten Schneider ist neuer Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Für ihn stimmten 117 Abgeordnete. Es gab 13 Gegenstimmen und 22 Enthaltungen. Schneider löst die bisherige Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht ab.

apr/Reuters/AFP