SPD-Vorsitz Kramp-Karrenbauer nennt Scholz' Kandidatur "wichtiges Signal"

Große Koalition auf Kuschelkurs: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer lobt die Kandidatur von Vizekanzler Scholz als SPD-Vorsitzender. Andere Bewerber sind ihr dagegen offenbar weniger lieb.
CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: "Ich wünsche mir einen starken Sparringspartner"

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: "Ich wünsche mir einen starken Sparringspartner"

Foto: Robert Michael /DPA

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer würde sich nach eigenen Aussagen über eine starke SPD freuen. "Ich wünsche mir einen starken Sparringspartner", sagte die Verteidigungsministerin am Sonntag bei einer Veranstaltung der "Zeit" in Hamburg. Das tue nicht nur der CDU, sondern dem gesamten Parteiensystem gut.

"Es liegt in unser aller Interesse, dass wir auch starke Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Deutschland haben, das hat - und das sage ich auch als Christdemokratin - dieser Republik noch nie geschadet", sagte Kramp-Karrenbauer. Die Rolle einer starken SPD-Opposition sei ihr dabei aber "immer die liebste".

Die Kandidatur von Vizekanzler Olaf Scholz für den SPD-Vorsitz bezeichnete sie als "wichtiges Signal". Es sei gut, dass mit Scholz jemand aus der Spitze der Partei bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, sagte die CDU-Chefin. Viele andere Bewerber würden ihr Programm eher "mit No GroKo umschreiben". Das sei etwas, "was die SPD sicherlich im Blick haben muss, dass es da keine sich nach oben entwickelnde Dynamik gibt".

Finanzminister Scholz hatte in der vergangenen Woche verkündet, sich gemeinsam mit der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Klara Geywitz um den SPD-Vorsitz zu bewerben.

Scholz gilt als Befürworter der Großen Koalition. Andere Bewerber, wie der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, und seine Mitstreiterin Nina Scheer hatten angekündigt, die Große Koalition zu verlassen, falls sie zu Parteivorsitzenden gewählt würden. Auch Boris Pistorius, der mit Petra Köpping kandidiert, sowie das Duo Gesine Schwan und Ralf Stegner haben zumindest deutliche Kritik am Regierungsbündnis mit der CDU erkennen lassen.

Der SPD-Vorsitz ist seit dem Rücktritt von Andrea Nahles im Juni vakant. Bewerbungen sind noch bis zum 1. September möglich. Danach folgen 23 Regionalkonferenzen, auf denen sich die Kandidaten vorstellen können. Faktisch bestimmt wird die Spitze in einer Mitgliederbefragung, formell abgeschlossen wird das Verfahren Anfang Dezember mit einem Parteitag in Berlin. Dort will die SPD auch über ihre Halbzeitbilanz der Koalition mit der Union beraten.

stk/dpa
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