SPD Bayerischer Fraktionschef will Kühnert statt Nahles an der Parteispitze

Der neue SPD-Fraktionschef in Bayern fordert einen Wechsel an der Spitze der Bundespartei. Juso-Chef Kevin Kühnert solle Andrea Nahles ablösen, schlägt Horst Arnold vor.

Kevin Kühnert
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Kevin Kühnert


Kevin Kühnert selbst sieht vorerst keinen Bedarf für einen Wechsel an der SPD-Spitze, ein Parteikollege aber schon: Horst Arnold, neuer Fraktionschef der Genossen im bayerischen Landtag. Der Juso-Chef solle den Posten von Andrea Nahles übernehmen, sagte Arnold dem "Münchner Merkur".

"Kühnert kann Konflikte austragen ohne zu verletzen - und hat ausgewogene Kritik an der GroKo geäußert", wird Arnold zitiert. "Er hat gezeigt, dass er das Format hat. Ein solcher Schritt wäre ein echtes Zeichen."

Aus Sicht des vergangene Woche an die Fraktionsspitze gewählten Franken solle Nahles aber weiter die SPD-Fraktion im Bundestag führen. "Ich war schon immer der Meinung, dass man die Ämter der Partei- und der Fraktionsvorsitzenden trennen sollte."

Horst Arnold
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Horst Arnold

Kühnert hatte zuvor im ARD-"Morgenmagazin" gesagt, er halte nichts von einer neuen SPD-Führung: "Wir haben so viel Personal gewechselt in den letzten Jahren und das allein hat uns nicht weiter gebracht." Zwar müsse ein richtiger Erneuerungsprozess am Ende auch personelle Erneuerung bedeuten. Aber: "Wir müssen jetzt erst mal ein paar inhaltliche Konflikte klarziehen in der SPD."

Die SPD war bei der Landtagswahl in Hessen am Sonntag auf 19,8 Prozent abgestürzt und hinter CDU und auch den Grünen - wenn auch nur um wenige Stimmen - nur noch drittstärkste Kraft geworden.



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als/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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selbst_denkend 30.10.2018
1. Welch Geistes Kind
Der Zustand der SPD ist tatsächlich so letal, dass nun jemand, der in seinem bisherigen Leben noch niemals richtig gearbeitet hat, oder auch nur eine erfolgreiche Berufsausbildung, bzw. einen akademischen Grad nachweisen kann dieser Partei vorsitzen soll? Ernsthaft? Wenn das so kommt, dann sehe ich die SPD in Zukunft eher bei 10% als bei 17%...
parisien 30.10.2018
2. Im Ernst ?
Richtig ist, dass Nahles es nachweislich nicht kann. Kühnert hat auch eine Menge durchdachter Ideen auf den Tisch gelegt, die im Gegensatz zu Nahles prozessorientierten Vorschlägen ( brauchen einen "Zeitplan" ) inhaltlicher Natur sind. Aber: Der Junge ist 29 , er mag die Zukunft sein, aber nicht die Gegenwart. Die Anregung des bayrischen Fraktionschefs (immerhin) zeigt, wie desaströs die Lage der SPD ist, dass im Gegensatz zu Nahles Aussagen die Personalfragen sehr wohl in der SPD diskutiert werden und man so verzweifelt ist, dass Vorschläge gemacht werden, die eher als Scherz eingestuft werden könnten.
louissipher 30.10.2018
3. Er will aber nicht...
..denn dann müsste er Lösungen anbieten. Ansonsten schließe ich mich dem Kommentar von "selbst_denkend" an. Frau Nahles hat immerhin einen Abschluß (20 Semester) aber vielleicht will man die Ansprüche an den Parteivorsitz an die Wahlergebnisse koppeln. Dann passt der Kühnert doch.
Despair 30.10.2018
4.
Nur weil jemand einen Abschluss hat oder mal ein paar Jahre in irgendeinem Beruf gearbeitet hat sagt dies noch lange nichts über seine Befähigung als Politiker aus. Und gerade junge Menschen verstehen heute teilweise sehr viel besser als ältere Semester die globalen Zusammenhänge und die Herausforderungen die durch die digitale Revolution, die Klimakatastrophe usw. auf uns zukommen. Zudem denken junge Menschen auf jeden Fall häufiger auf die Zukunft ausgerichtet und nicht wie die meisten derzeitigen alten Politiker auf die Erhaltung des Status Quo oder gar rückwärtsgewand wie die die rechten Bauernfänger von der AfD oder die auch in den "C" Parteien immer wieder auftretenden ewig gestrigen. Es würde unserer Politik auf jeden Fall gut tun, wenn mehr junge Menschen auch in Verantwortungspositionen innerhalb der Parteien kommen. Ob es gleich der Parteivorsitz sein muss, ist eine andere Frage. Auf der anderen Seite haben die anderen Positionen in der SPD ja seit einiger Zeit eh kaum noch was zu sagen - vielleicht sollte man auch gleich die ganze Fürhungsstruktur ändern und ähnlich wie die Grünen eine Doppelspitze einführen.
Klapperschlange 30.10.2018
5. Dir S P D ist noch immer...
......für eine Überraschung gut. Was kommt da noch? Sind jetzt nur noch Panikhandlungen zu erwarten? Die SPD sollte die Koalition aufkündigen und damit Neuwahlen herbeiführen.
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