Nächstes Duo Pistorius und Köpping kandidieren für SPD-Vorsitz

Das Feld füllt sich: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping bewerben sich nach SPIEGEL-Informationen für den SPD-Vorsitz. Sonntag soll ihre Kampagne starten.
Boris Pistorius und Petra Köpping gelten in der Partei als vielversprechendes Duo

Boris Pistorius und Petra Köpping gelten in der Partei als vielversprechendes Duo

Foto: Ronny Hartmann/ Monika Skolimows/ DPA

Zwei Wochen haben Bewerber noch Zeit, sich zu melden - nun scheint in das Rennen um den SPD-Vorsitz Schwung zu kommen. Nach SPIEGEL-Informationen haben der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping intern ihre Kandidatur angekündigt.

Am Sonntag wollen sie nach Angaben aus Parteikreisen mit einer Pressekonferenz ihre Kampagne einläuten. Pistorius, 59, führt seit dem Jahr 2013 das Innenressort in Hannover und hat sich über die Landesgrenzen hinweg einen Namen in der Sicherheitspolitik gemacht. Zuvor war er Oberbürgermeister in Osnabrück.

Auch Köpping, 61, hat ihre Wurzeln in der Kommunalpolitik. Sie war von 2001 bis 2008 Landrätin des Landkreises Leipziger Land. Seit 2014 ist sie Integrationsministerin der schwarz-roten Landesregierung in Sachsen. Neben Pistorius und Köpping haben sich bislang vier weitere Duos für das Rennen um den Vorsitz angekündigt. Bis zum 1. September läuft noch die Bewerberfrist.

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Pistorius und Köpping gelten in der SPD als durchaus vielversprechendes Duo, weil sie gleich mehrere Leerstellen besetzen, die es in der SPD seit einiger Zeit gibt. So suchen die Sozialdemokraten im Grunde seit dem Abgang Otto Schilys nach einem profilierten Innenpolitiker, der das Sicherheitsbedürfnis der eigenen Klientel bedient. Pistorius könnte diesen Typus verkörpern. Und Köpping steht für den Osten, wo die SPD einen schweren Stand hat. Außerdem stehen beide für ein Thema, das die Republik seit Jahren beschäftigt und noch lange beschäftigen wird: Integration.

Köpping, 61, ist eine der wichtigsten Figuren der sächsischen SPD. Sie fordert etwa, dass Kommunen selbst entscheiden können, ob sie Flüchtlinge aufnehmen. Außerdem plädiert sie für die Möglichkeit einer kommunalen Ordnungsmaßnahme mit bis zu 300 Euro Strafe, wenn Menschen auf der Straße belästigt werden, und wirbt für eine bundesweite Kommission, die das "Unrecht der frühen Nachwendezeit" aufarbeitet, und will einen Bruch der SPD mit der Agenda-Politik und Hartz IV.

Pistorius ist seit Jahren die führende Stimme der Innenpolitiker in der SPD. Der Jurist war Teil des Wahlkampfteams von Ex-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Er gilt als scharfzüngiger und leidenschaftlicher Sozialdemokrat mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein, als Mann, der in der Partei mit seinen Positionen zuweilen aneckt und politisch gern auch mal rauft.

In den vergangenen Jahren hat er mehrfach populäre innenpolitische Akzente gesetzt, ob im Kampf gegen die Hooligans, in der Debatte über islamistische Gefährder oder in Fragen von Abschiebungen. Zuletzt hatte er sich intern kritisch über die Zukunft der Großen Koalition geäußert.

Köpping veröffentlichte erst im Januar ein Buch mit dem Titel "Integriert doch erst mal uns". Darin schreibt sie, wie viele Ostdeutsche darunter leiden, das Gefühl zu haben, für ihre Lebensleistung von Westdeutschen nicht anerkannt zu werden. Sie setzt sich für einen verstärkten Dialog zwischen Ost und West ein.

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cte/hic/tin/vme
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