Reisen von Abgeordneten SPD-Politiker fordert CO2-Ausgleich von Dienstflügen

Kompletter Flugverzicht ist für Bundestagsabgeordnete unmöglich, sagt SPD-Umweltpolitiker Carsten Träger - und fordert daher, Dienstflüge mit Klimaschutzmaßnahmen zu kompensieren.
Merkel steigt aus einer Regierungsmaschine: In der Bundesregierung sei die CO2-Kompensation bereits Praxis

Merkel steigt aus einer Regierungsmaschine: In der Bundesregierung sei die CO2-Kompensation bereits Praxis

Foto: Michael Kappeler/DPA

Flugreisen stehen zunehmend im Mittelpunkt der Klimaschutzdebatte. Betroffen davon sind auch Politiker. Aus Sicht des SPD-Umweltpolitikers Carsten Träger sollen die Dienstflüge von Bundestagsabgeordneten künftig über Klimaschutzmaßnahmen ausgeglichen werden.

Es sei zwar besser, Flüge ganz zu vermeiden, sagte der Obmann der SPD im Umweltausschuss der Nachrichtenagentur dpa. Das sei aber nicht immer möglich. Daher wolle man die durch Flüge ausgestoßenen Treibhausgase kompensieren, wie es auch in der Bundesregierung schon Praxis sei. Träger sagte, sein Fraktionskollege Johannes Fechner und er hätten die notwendige Unterstützung in der Großen Koalition gewonnen: "Wir werden das machen."

Höchstens ein "niedriger einstelliger Millionen-Betrag"

Nach Trägers Schätzung würde das die Steuerzahler höchstens einen "niedrigen einstelligen Millionen-Betrag" kosten. Nicht nur die Flüge der Koalitionsfraktionen, sondern alle Dienstflüge der Abgeordneten sollten kompensiert werden - über welchen Mechanismus, sei noch nicht ganz klar. Träger sagte, er gehe davon aus, dass das bereits im Zuge der laufenden Haushaltsverhandlungen geregelt werden könne.

Die Bundesregierung war zuletzt in die Kritik geraten, weil Kanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer fast zeitgleich in die USA gereist waren und dabei zwei Luftwaffenjets genutzt hatten. Das Kanzleramt verteidigte die getrennten Flüge anschließend. Zunächst hätte man versucht, die Reisen zusammen zu planen. Allerdings habe es ein Platzproblem im Flieger der Kanzlerin gegeben. Kramp-Karrenbauer musste also umplanen und flog separat in die USA.

Erst kurz vor dem Vorfall hatte die Große Koalition ein 22-seitiges Eckpunktepapier bekannt gegeben, das den Klimaschutz in Deutschland voranbringen und die politischen Ziele für 2030 erreichbar machen soll (Lesen Sie hier mehr zu den Beschlüssen). Unter anderem soll das Flugverkehrsaufkommen durch höhere Ticketpreise reduziert werden.

asc/dpa
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