Reaktion auf Sondierung SPD-Chef Gabriel hält Koalitionsfrage für offen

Union und SPD haben sich bei einem ersten Treffen angenähert. Doch ob wirklich eine Große Koalition zustande kommt, ist laut  Sigmar Gabriel genauso offen wie vor dem Gespräch. Zugleich zeigt sich der SPD-Chef überzeugt: Die Parteibasis werde einen "vernünftigen Koalitionsvertrag" akzeptieren.
Sigmar Gabriel: "Das Spiel ist noch nicht angepfiffen"

Sigmar Gabriel: "Das Spiel ist noch nicht angepfiffen"

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Berlin - Sigmar Gabriel äußert sich zurückhaltend. Der SPD-Chef sieht die Frage einer Großen Koalition mit der Union so offen wie vor dem ersten Treffen der Parteien. Bei dem Gespräch am Freitag sei es zunächst um ein Abtasten gegangen - "in Fußballersprache sowas wie Aufwärmphase", sagte der Parteivorsitzende am Freitagabend dem ZDF.

Gabriel zeigte sich dem Sender gegenüber zugleich überzeugt, dass die Parteibasis einen "vernünftigen Koalitionsvertrag" akzeptieren würde. Er könne nur nicht sagen, ob es diesen am Ende tatsächlich gebe. "Das Spiel ist noch nicht angepfiffen worden", fügte Gabriel hinzu.

Für seine Partei gehe es darum, sozialdemokratisches Profil zu zeigen - "Dinge in Deutschland zu verändern, die wir glauben, verändern zu müssen". Die Union müsse ihrerseits entscheiden, ob sie damit leben könne oder nicht. Wichtige Themen des Sondierungstreffens seien der Erhalt der Infrastruktur, Bildung und Familie sowie der Arbeitsmarkt gewesen.

Union und SPD hätten laut Gabriel allerdings erkennbar unterschiedliche Ansätze zur Lösung dieser Probleme. Zwar gingen beide Seiten "häufig mit dem gleichen Blickwinkel an die Probleme heran". Keine Einigkeit bestehe aber bei der Antwort auf die Frage, wie man Schuldenabbau einerseits und mehr Zukunftsinvestitionen andererseits finanzieren könne. Für die SPD seien Steuererhöhungen in diesem Zusammenhang kein Selbstzweck, betonte Gabriel. Er erwarte von der Union aber eigene Finanzierungsvorschläge.

bos/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.