Oppermann-Nachfolge SPD-Politikerin Dagmar Ziegler soll Bundestagsvize werden

Nach dem Tod von Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann hat die SPD-Fraktion die Kandidatin für dessen Nachfolge nominiert: Doch die Wahl der Mützenich-Favoritin Dagmar Ziegler verlief holprig.
Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

Foto: Christian Spicker / imago images

Dagmar Ziegler soll nach einer Abstimmung der SPD-Fraktion für die Nachfolge des verstorbenen Bundestagsvizepräsidenten Thomas Oppermann nominiert werden.

Ein erster Wahlgang zur Nominierung für den Posten war zuvor unentschieden ausgegangen. 66 Abgeordnete hatten für die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Ziegler gestimmt, ebenso viele allerdings für ihre Herausforderin Ulla Schmidt. Vier Fraktionsmitglieder enthielten sich.

Schmidt hatte ihre Kandidatur daraufhin zurückgezogen und die Wahl Zieglers empfohlen. Inzwischen wurde Ziegler nach SPIEGEL-Informationen einstimmig gewählt.

Die 60-jährige Ziegler sitzt seit 2009 im Bundestag und ist Sprecherin des konservativen Seeheimer Kreises. Zunächst war sie als Fraktionsvize unter anderem für die Themen Familie, Frauen, Bildung und Aufbau Ost zuständig. Seit 2013 ist sie eine der parlamentarischen Geschäftsführerinnen ihrer Fraktion.

Fraktionschef Rolf Mützenich hatte Ziegler als Nachfolgerin des im Oktober verstorbenen Oppermann ins Spiel gebracht – und damit einen Streit in der Fraktion entfacht.

Fraktionschef Mützenich stand unter Druck

Denn neben Ziegler hatte auch Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt für den Posten kandidiert. Schmidt war bereits zwischen 2013 und 2017 Vizepräsidentin des Bundestages.

Für SPD-Fraktionschef Mützenich hätte ein Sieg Schmidts eine Niederlage bedeutet und seine Autorität als Fraktionschef schwer geschädigt. Mützenich war bereits durch die Nominierung von Eva Högl als neue Wehrbeauftragte des Bundestages  innerparteilich massiv unter Druck geraten.

kev/cte/fek/dpa
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