Neue Chefs der Sozialdemokraten SPD-Mitgliederentscheid über Parteivorsitz beendet

Die letzten Stimmen sind abgegeben - und am Samstagabend soll feststehen, wer den SPD-Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz gewonnen hat. Fraktionschef Mützenich sieht einen Kandidaten in der Favoritenrolle.
SPD-Logo: 250 Freiwillige beginnen am Samstagmorgen mit dem Auszählen der Stimmen des Mitgliederentscheids über den Parteivorsitz

SPD-Logo: 250 Freiwillige beginnen am Samstagmorgen mit dem Auszählen der Stimmen des Mitgliederentscheids über den Parteivorsitz

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Stefan Puchner/ DPA

Knapp zwei Wochen lang konnten rund 430.000 SPD-Parteimitglieder darüber abstimmen, wer die Partei künftig führen soll. Nun ist der Mitgliederentscheid offiziell beendet: Bis Mitternacht in der Nacht zum Samstag konnten die Parteimitglieder ihre Stimmen noch per Brief oder online abgeben. Inzwischen wird gezählt.

Dafür kamen am Samstagmorgen 250 Freiwillige aus ganz Deutschland im Willy-Brandt-Haus in Berlin zusammen. Mit speziellen Schlitzmaschinen können sie pro Stunde 20.000 Briefwahlunterlagen öffnen. Außerdem muss das Ergebnis der Onlineabstimmung ausgelesen werden. Zur Halbzeit des Entscheids am vergangenen Wochenende hatten rund 123.000 Parteimitglieder ihre Stimme abgegeben, das entspricht rund 30 Prozent der Genossen.

Gegen 18 Uhr sollen dann die Gewinner verkündet werden. Die Sieger des Mitgliederentscheids sind allerdings noch nicht automatisch Parteivorsitzende. Bekommt kein Paar mehr als 50 Prozent der Stimmen - womit gerechnet wird - ist eine Stichwahl nötig. Außerdem müssen die Gewinner auf einem Parteitag Anfang Dezember noch bestätigt werden.

Klingbeil: "So wünsche ich mir meine Partei das ganze Jahr über"

Insgesamt standen sechs Duos für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles zur Wahl. "Das wird ein spannender Tag für uns alle", sagte Generalsekretär Lars Klingbeil. Die Beteiligung der Mitglieder an der Chefsuche habe Überzeugungskraft gekostet, dann aber viele in der Partei mobilisiert. "Es war richtig, dass wir mutig waren und diesen neuen Weg eingeschlagen haben, weil wir endlich mit den Ritualen der Vergangenheit brechen." Die SPD habe offen debattiert, sich gut gelaunt und geschlossen präsentiert. "So wünsche ich mir meine Partei das ganze Jahr über."

"Die SPD braucht eine Führung, die ihr Selbstvertrauen und Kraft gibt", sagte Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er schrieb Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz eine Favoritenrolle für den Parteivorsitz zu. "Ich bin ganz zuversichtlich, dass Olaf Scholz ein gutes Ergebnis bekommen wird und die Stichwahl erreicht", sagte er auf die Frage, ob Scholz als Minister zurücktreten müsse, sollte er unterliegen. Scholz tritt mit der Brandenburger Landtagsabgeordneten Klara Geywitz an.

Mützenich warb zudem für eine Fortsetzung der Großen Koalition: "Ich denke, es tut diesem Land gut, dass wir sozialdemokratische Themen in der Koalition durchsetzen."

aar/dpa
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