SPD-Finanzen Thierse unter Beschuss

CDU-Generalsekretär Polenz hat den Rücktritt von Bundestagspräsident Thierse als SPD-Vize gefordert. Dessen Untersuchungen im Zusammenhang mit einem Druckerei-Verkauf der SPD verliefen nur halbherzig.


Bundestagspräsident Wolfgang Thierse
AP

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse

Hamburg - Juristen und Experten für Parteienfinanzierung hätten in der Bundestagsverwaltung eine Untersuchung neuer Vorwürfe eingeleitet, berichtet die "Welt". Es geht um 63 Millionen Mark, die nicht im Rechenschaftsbericht der Bundes-SPD auftauchen. Das Geld stamme aus dem Verkauf der SPD-Anteile der Hamburger "Buchdruckerei und Verlagsanstalt" im Jahre 1986.

Durch eine "sehr sorgfältige" Prüfung wolle Thierse einen "Schnellschuss" vermeiden, zitiert die "Welt" aus Kreisen des Bundestagspräsidiums. Nach Abschluss der Untersuchungen werde Thierse entscheiden, ob und wie er reagiere. CDU-Generalsekretär Polenz forderte, Thierse müsse als SPD-Vizechef zurücktreten. Thierse habe offenbar Schwierigkeiten, "sein neutrales Amt als Bundestagspräsident mit seinen Aufgaben als stellvertretender SPD-Vorsitzender zu vereinbaren."

Die SPD-Schatzmeister Inge Wettig-Danielmeier wies die Vorwürfe zurück. Aus dem Verkauf der Druckerei sei keine Mark an die Partei geflossen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.