Führungsdebatte SPD-Frauen fordern Doppelspitzen quer durch die Partei

Wer führt künftig die Sozialdemokraten? Die Frauen in der SPD wollen nach SPIEGEL-Informationen überall in der Partei Frau-Mann-Duos schaffen - vom Ortsverein bis in die Spitze.
Die SPD-Interimsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer (r.) stehen unter Druck

Die SPD-Interimsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer (r.) stehen unter Druck

Foto: Filip Singer / EPA-EFE / REX

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) fordert, ab sofort sämtliche Gliederungen der SPD von je einem Mann und einer Frau führen zu lassen. Das Prinzip müsse in der Parteisatzung verankert werden und künftig "auf allen politischen Ebenen" der Partei gelten, heißt es in einem ASF-Beschluss. Die Doppelspitze solle "vom Ortsverein über die Kreisverbände, Bezirksverbände und Landesverbände bis hin in die Bundestagsfraktion Regel sein", sagte die Vorsitzende der ASF, Maria Noichl, dem SPIEGEL.

Die Sozialdemokratinnen erhöhen damit den Druck auf die Interimsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Malu Dreyer und Manuela Schwesig. Das Trio will am Montag mit dem Parteipräsidium Beratungen über das Verfahren zur Kür der künftigen SPD-Spitze führen; am 24. Juni soll es der Vorstand beschließen.

Der Ruf nach Doppelspitzen ist parteiintern umstritten. Im Landesverband Nordrhein-Westfalen gilt die Idee als problematisch; auch der Hesse Schäfer-Gümbel warnte kürzlich, Doppelspitzen seien kein Selbstzweck.

Die ASF fordert in ihrem Beschluss zudem eine Urwahl für die Parteispitze allein durch SPD-Mitglieder, getrennte Geschlechterlisten sowie eine Bewerbungsfrist für Kandidatinnen und Kandidaten. Ein Vorziehen des für Anfang Dezember geplanten Parteitags lehnt die ASF ab.

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vme
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