SPD-Führungskrise Wahl der Qual

Wer führt künftig die SPD? Am Montag will die Parteispitze entscheiden, wie die Nahles-Nachfolge geklärt wird. Hier sind acht mögliche Kandidaten. Und was würden sie für die GroKo bedeuten?

Oben v.l.: Franziska Giffey, Kevin Kühnert, Nancy Faeser, Heiko Maas; unten v.l.: Lars Klingbeil, Gesine Schwan, Stephan Weil, Katarina Barley
Michael Kappeler/ Federico Gambarini/ Frank Rumpenhorst/ Carsten Koall/ Christophe Gateau/ DPA; Axel Schmidt/ Reuters; Oryk Haist/ imago images

Oben v.l.: Franziska Giffey, Kevin Kühnert, Nancy Faeser, Heiko Maas; unten v.l.: Lars Klingbeil, Gesine Schwan, Stephan Weil, Katarina Barley

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Die SPD hat die Machtübergabe in den vergangenen Jahren wie bei einer 100-Meter-Staffel organisiert: Sigmar Gabriel übergab 2017 an Martin Schulz, der wiederum 2018 Andrea Nahles als designierte Nachfolgerin auswählte. Diese Zeiten sind vorbei, bei der Nahles-Nachfolge gehen die Genossen einen ganz neuen Weg.

Man wolle "Türen aufstoßen", sagt Generalsekretär Lars Klingbeil, "und mit alten Ritualen Schluss machen". 23.336 Ideen, Vorschläge und Wünsche von der Basis seien im Willy-Brandt-Haus eingegangen, Klingbeil spricht von einer "überwältigenden Resonanz".

Erste Erkenntnis: Die Mitglieder wollen beteiligt werden, es soll eine verbindliche Befragung geben, an die der Parteitag politisch gebunden sein dürfte, so Klingbeil. Außerdem gebe es den großen Wunsch in der Partei, "dass die SPD künftig von einer Doppelspitze - selbstverständlich Mann und Frau - geführt wird".

Am kommenden Montag will das Präsidium einen oder mehrere Vorschläge machen, wie die Wahl ablaufen soll. Dann entscheidet der Parteivorstand. Bundesweite Vorstellungsrunden, Team- und Einzelkandidaturen, Onlineabstimmungen und Briefwahl - die Sozialdemokraten diskutieren viele Varianten. Das Ziel: raus aus der Dauermisere, der Führungskrise, dem ewigen Abwärtsstrudel.

Ist diese Aufgabe überhaupt machbar? Die neue Parteispitze soll möglichst beide Flügel abbilden - Linke und Seeheimer. Die Kandidaten sollen bekannt sein, aber auch für einen Neuanfang stehen, für die Zeit nach der Großen Koalition. Jung und alt, Mann und Frau, Ost und West: Es werden so viele Ansprüche formuliert, dass es schwerfällt sich vorzustellen, welches Genossenduo dem gerecht werden soll.

Viele haben schon verzichtet, wer bleibt übrig?

Noch kristallisiert sich niemand heraus, der unbedingt die Führung übernehmen will. Klar scheint nur: Es soll nicht so weitergehen wie bisher. Und so hat nicht nur das Übergangstrio aus Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel klargestellt, auf eine Kandidatur zu verzichten. Auch die Minister Olaf Scholz und Hubertus Heil haben sich aus dem Spiel genommen. "Ich habe nicht vor, zu kandidieren", sagte Arbeitsminister Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, "ich weiß aber, wen ich will". Auch Umweltministerin Svenja Schulze strebt den Parteivorsitz nach eigenen Worten nicht an.

Aus dem Kabinett bleiben damit nur noch drei mögliche Kandidaten. Wer kommt sonst noch infrage? Und was hieße etwa eine Bewerbung von Juso-Chef Kevin Kühnert für die GroKo? Acht mögliche Kandidaten im Überblick.



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insgesamt 75 Beiträge
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timetostandup 19.06.2019
1. Giffey und Klingbeil als Doppelspitze
würden für einen frischen Neuanfang stehen. Sollte Frau Giffey über ihre Doktorarbeit stolpern, darf Frau Barley nicht nach Brüssel. Letztere wäre auch die einzige, die ich mir als Kanzlerkandidatin vorstellen könnte...
adam01 19.06.2019
2. Es ist eigentlich egal,
für wen man sich entscheiden wird. Nur der Weg in die Opposition wäre eine Chance, wieder anzugreifen statt hoffnungslos zu verteidigen.
biba_123 19.06.2019
3. Naja
Alles Gesichter von gestern. Entweder, weil sie schon ewig dabei sind, oder, zwar jung, aber mit Ideen aus dem 19. Jhrhdrt. Wenn die was reißen wollen brauchen die jemanden, der mit neuen, modernen gesellschaftspolitischen Ideen die spd wieder interessant macht.
rosenrot367 19.06.2019
4. Mannomann.....
Das sieht nicht gut aus....Barley hat sich doch nach Brüssel wählen lassen, Giffey hat eine Plagiats-Anschuldigung am Hals, Weil hat keinen Bock und bleibt in Niedersachsen, Klingbeil scheint sogar als Generalsekretär überfordert zu sein (WOW - "neue Türen aufstoßen" = SUPER), Kühnert hat viele Fürsprecher und noch mehr Gegner - also wer bleibt? Schwan? Maas? Faeser? Soll das tatsächlich ein Neuanfang sein? Muss leider zugeben, dass mir auch keine andere Person einfällt...
yhistory 19.06.2019
5. Kevin Kühnert
Warum nicht? Die SPD hat ja nichts mehr zu verlieren. Man sollte Herrn Kühnert nicht nur auf seine jüngsten Aussagen beschränken. Ich finde es ist an der Zeit auch mal jüngeren Leuten die Tür zur Politik zu öffnen und Herr Kühnert wäre eine gute Werbung bzw. Vorbild dafür...
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