SPD Gabriel verlässt ver.di wegen fehlender Unterstützung

Der Zorn von Ex-Ministerpräsident Sigmar Gabriel über seine Wahlniederlage in Niedersachsen trifft offenbar auch die Gewerkschaften. Nach über 23 Jahren Mitgliedschaft in ÖTV und ver.di wechselte Gabriel aus Enttäuschung zur IG-Metall.


Kämpft immer noch mit seiner Wahlniederlage: Sigmar Gabriel (SPD)
DDP

Kämpft immer noch mit seiner Wahlniederlage: Sigmar Gabriel (SPD)

Hannover - Der heutige SPD-Fraktionschef im Landtag habe diesen Schritt mit der aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung durch ver.di im zurückliegenden Landtagswahlkampf begründet, berichtete Gewerkschaftschef Wolfgang Denia der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich habe für dieses Verhalten keinerlei Verständnis. Es dokumentiert ein Bild von Gewerkschaften, das einen erheblichen Nachhilfebedarf aufweist. Ich würde mich freuen, wenn die IG Metall dabei erfolgreicher ist als wir in den vergangenen 23 Jahren", sagte der ver.di-Landesvorsitzende.

Gabriel war 1979 in die ÖTV (Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr) eingetreten, die 2001 in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufging. Denia meinte, der Austritt sei eine "Retourkutsche" für sein Verhalten im Wahlkampf. Gabriel habe ihn mit massivem Druck dazu bewegen wollen, seine Wählerinitiative zu unterstützen. Dies habe er jedoch abgelehnt. Dafür werde er jetzt "abgestraft".

Der SPD-Politiker habe sich noch nicht einmal richtig abgemeldet. "Der Stil spricht für sich." Denia fügte hinzu: "Ich bleibe aber SPD- Mitglied - trotz Gabriel."



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.