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Crossfit mit dem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeils 100-Kilo-Wette

Wie schafft es der SPD-Generalsekretär, Sport in seinen Arbeitsalltag zu integrieren? Lars Klingbeil setzt auf das Prinzip amerikanischer Bootcamps: Drill und Disziplin. Unser Reporter hat ihn beim Training begleitet.
Von Marc Hujer und Hannes Jung (Fotos)
aus DER SPIEGEL 5/2020
Politiker Klingbeil beim Crossfit-Training in Berlin

Politiker Klingbeil beim Crossfit-Training in Berlin

Foto:

Hannes Jung / DER SPIEGEL

Am sechsten Tag der neuen Parteispitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans verlässt Lars Klingbeil mit einer braunen Ledersporttasche sein Büro im Willy-Brandt-Haus. Er durchquert sein Vorzimmer und wendet sich den Aufzügen zu. Statt eines Mittagessens will er eine Stunde in der "G3 Crossfit Box" am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg verbringen, wo es "um Leben und Tod" geht, wie sein Personal Trainer sagt, wenn er von Klingbeil Höchstleistung verlangt.

Als Klingbeil in den Fahrstuhl steigen will, stehen da schon die beiden Parteivorsitzenden und diskutieren die Frage, ob sie "E" oder "U" drücken sollen. Er könnte sich noch in die Kabine drängeln, aber er grüßt nur flüchtig und wartet, bis sich die Tür endlich schließt. Lieber den nächsten Aufzug nehmen, ohne die Chefs.

"Ich hab 'ne Wette mit Carsten Schneider laufen", sagt Lars Klingbeil, "um einen Kasten Bier."

Carsten Schneider, ehemals Sparkassenmitarbeiter, ist SPD-Bundestagsabgeordneter und, soweit Klingbeil weiß, der einzige Kollege, der wie er Crossfit, eine neumodische, besonders harte Form von Zirkeltraining, betreibt. Sie haben vereinbart, dass Klingbeil die Wette gewinnt, wenn er bis Jahresende 100 Kilo im Bankdrücken schafft. Zwar ist Klingbeil kein Biertrinker, aber das ist egal. Es gehe um die Herausforderung, die Challenge, wie Crossfitter sagen.

Klingbeil erreicht das Untergeschoss. Er tritt aus dem Fahrstuhl, um in den Dienstwagen zu steigen, aber vor ihm stehen schon wieder die Parteivorsitzenden, diesmal tippen sie auf ihren Handys herum. Sie haben einen Termin und kommen nicht weg, kein Fahrer, der auf sie wartete, keine Nummer, die sie anrufen könnten. Sie schauen Lars Klingbeil erwartungsvoll an. Kann er ihnen irgendwie helfen?

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