SPD-Entscheidung Altkanzler Schröder geht auf Distanz zum neuen Führungsduo

Das Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums sorgt für Unruhe in der Partei. Altkanzler Gerhard Schröder zeigt sich in einer ersten Reaktion skeptisch.

Gerhard Schröder (im Januar 2018): "Das Ergebnis bestätigt meine Skepsis"
DPA

Gerhard Schröder (im Januar 2018): "Das Ergebnis bestätigt meine Skepsis"


Gerhard Schröder kritisiert die Mitgliederabstimmung über die neuen SPD-Vorsitzenden. "Ich habe das Verfahren für unglücklich gehalten und das Ergebnis bestätigt meine Skepsis", sagte der Altkanzler dem SPIEGEL.

Nach monatelanger Suche hatte die SPD am Samstagabend Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken als Gewinner des Mitgliederentscheids präsentiert. Sie erreichten 53 Prozent der Stimmen, Vizekanzler Olaf Scholz und Klara Geywitz kamen lediglich auf 45 Prozent der Stimmen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent. Walter-Borjans und Esken sollen beim Parteitag am kommenden Wochenende als neue SPD-Vorsitzende gewählt werden. Sie gelten als GroKo-skeptisch und wollen mit der Union nachverhandeln. Da unklar ist, ob CDU und CSU sich darauf einlassen, steht die Große Koalition vor einer schweren Belastungsprobe.

Im Video: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken vor neuen Aufgabe

Kay Nietfeld / dpa

Politiker aus den anderen Parteien zeigten sich ebenfalls überrascht. Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP, schrieb bei Twitter: "Ich bin völlig baff". Parteikollege und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki sieht die SPD "im freien Fall", wie er der "Welt am Sonntag" sagte: "Wir bereiten uns auf Neuwahlen vor oder den Zerfall der CDU, wenn sie den weiteren zu erwartenden Forderungen der Sozialdemokraten nachgeben."

Koalitionspartner CDU betonte, dass die Wahl nichts an bisherigen Entscheidungen verändere. "Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle unseres Landes", sagte Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU. "Die interne Entscheidung der SPD hat nichts an der Grundlage der Großen Koalition verändert", so Ziemiak weiter.

vks/cte

insgesamt 477 Beiträge
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spon_7924415 01.12.2019
1. Das ist gut so!
Wenn der neoliberale Zerstörer der SPD, der Erfinder von Hartz4 und Agenda 2010; wenn diese Mann die neue Richtung kritisiert, dann hat die Partei definitiv endlich mal etwas Richtiges getan!
johannes-kh 01.12.2019
2. Die SPD wird alles bekommen, was sie will.....
dafür wird Merkel sorgen. Mutti wird jede Kröte schlucken, nur um irgendwie an der Macht zu bleiben. Die CDU ist ihr total egal.
McTitus 01.12.2019
3. Ooh!
Jetzt bekommen die aber Angst! Die SPD Mitglieder gehen auf Distanz zu Gerhard Schröder. Sorum wird ein Schuh draus!
gesell7890 01.12.2019
4. Hui
wenn Schröder auf Distanz geht, dann könnten die beiden ja tatsächlich was taugen...
Poli Tische 01.12.2019
5. Was Gerhard Schröder zu sagen hat....
... interessiert innerhalb und außerhalb der SPD niemanden.
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