Zoff in der SPD Schröder soll Steinbrück "Spießbürger" genannt haben

Peer Steinbrück sorgt für Ärger bei den Sozialdemokraten. Auch Altkanzler Gerhard Schröder soll die Lästereien des Ex-Finanzministers laut "Bild"-Zeitung zurückgewiesen haben.

Martin Schulz, Gerhard Schröder
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Martin Schulz, Gerhard Schröder


In der SPD gibt es Unmut über Peer Steinbrück. Der Kanzlerkandidat von 2013 hatte den Zustand seiner Partei in Interviews am Wochenende spöttisch-ironisch kommentiert. SPD-Vize Ralf Stegner sagte dazu, Parteichef Martin Schulz brauche keine Ratschläge von "Kapitänen, die vom Ufer zuschauen". Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), bescheinigte Steinbrück bei Twitter: "Das ist mies. Charakterlich. Inhaltlich. Strategisch. Taktisch."

Auch Altkanzler Gerhard Schröder soll mit harscher Kritik auf die Äußerungen Steinbrücks reagiert haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. "Steinbrück ist ein Spießbürger, der versucht, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben. Und das mögen wir nicht", sagte Schröder der Zeitung zufolge zu Vertrauten.

Auf die Frage, was in der SPD beim Schulz-Hype schief gelaufen sei, hatte Steinbrück zuvor der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt, die 100 Prozent im März bei der Wahl von Schulz zum Parteivorsitzenden seien "vergiftet" gewesen. "Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?"

cte/dpa



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Seite 1
shokaku 29.05.2017
1.
Die SPD mal wieder bei ihrer Spezialdisziplin; sich mit sich selbst beschäftigen. Dumm nur, dass es noch andere Parteien gibt.
tpro 29.05.2017
2.
"...Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?..." Was soll an dieser Aussage nicht stimmen? Und: Ein "Kapitän am Ufer" kann vielleicht besser beurteilen, wenn der Kapitän auf dem Schiff im Kreis umherfährt und seinen Passagieren trotzdem erzählt, sie seien auf dem Weg in die Karibik.
didoma 29.05.2017
3. Im Inhalt richtig aber...
...Die falschen Worte gewählt. Dazu kommt noch der Anschein dazu das der gescheitert Kanzlerkandidat nachtretten muss. Die SPD hat sich zu sehr auf M.S. gestürzt und diesen hochgelobt bevor er was entscheidendes geleistet hat. Da kommt eben die Quittung. Herr Steinbrück hat es wenig diplomatisch angesprochen und zieht nun noch mehr negativ Presse auf die SPD. Aber so is nun mal die SPD. Ihr größter Widersacher ist sie selbst
Echt jetzt 29.05.2017
4. Guck mal, wer da spricht
Schröder und Steinbrück dürfen sich gerne streiten, wer der SPD mehr geschadet hat. Bei allen anderen Themen spreche ich ihnen die Sachkompetenz ab.
kayakclc 29.05.2017
5. Die SPD lernt es einfach nicht
Die SPD ist seit Schröders Zeiten (bei Helmut Schmidt war es nicht anders) ihre eigen Opposition. Die CDU wird nicht gebraucht, da die Genossen sich am liebsten selbst zerfleischen. Auf Wolke 7 wollen alle mit, wenn es kritisch wird, ist es nicht weit her mit der Solidarität und der Gerechigkeit innerhalb der Partei. Anstelle sich zu vereinigen und geschlossen hinter dem Kandidaten zu stehen und durch ein kluges Wahlprogramm, dass die Mehrheit der Wähler erreicht, endlich zu Punkten, ist jetzt nach drei verlorenen Wahlen selbstzerfleischung angesagt. Die Frage: warum man die SPD in die Regungsverantwortung wählen soll, wird so doch nicht beanwortet, oder vielleicht doch?
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