SPD-Gesundheitsminister Lauterbach will mit Boostern und Impfpflicht Coronawelle brechen

Gesundheitsminister Lauterbach sprach bei »Anne Will« über seine Pläne zur Bekämpfung der Pandemie. Offenbar möchte er einen Anreiz für die dritte Coronaimpfung schaffen – mit einem Ende der Testpflicht für Geboosterte.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach zu Gast bei »Anne Will« in der ARD

Gesundheitsminister Karl Lauterbach zu Gast bei »Anne Will« in der ARD

Foto: Jürgen Heinrich / imago images/Jürgen Heinrich

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat zu Boosterimpfungen aufgerufen, auch wenn die aktuell verfügbaren Impfstoffe noch nicht auf die Omikron-Variante ausgerichtet sind. Geboosterte hätten mit den jetzigen Impfstoffen bereits einen Schutz von 75 Prozent. »Das ist sehr nennenswert«, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in der ARD-Sendung »Anne Will«. Entsprechend Geimpfte, die sich infizieren, erkrankten in der Regel nicht schwer. »Somit ist die Boosterimpfung unfassbar wertvoll«, so Lauterbach. Sie könne die Delta-Welle brechen und eine Omikron-Welle abwenden.

Lauterbach rechnet damit, dass ab April/Mai Anti-Omikron-Impfstoffe verfügbar sind. Wenn die Delta-Welle bis dahin gebrochen werden und mit dem Boostern eine Omikron-Welle abgewendet werden könne, »kommen wir ganz gut durch«. Auf die Frage, ob später eine vierte Impfung nötig sein könnte, sagte der Minister, es gebe bislang keine Studie mit Anhaltspunkten dafür.

Lauterbach warb zugleich für ein Ende der Corona-Testpflicht für Geboosterte. Den Vorschlag wolle er der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) unterbreiten. Der Schutz für diese Gruppe sei um ein Vielfaches höher. Derart Geimpfte noch zum Testen zu schicken, sei medizinisch nicht sinnvoll. Zudem könne ein Ende der Testpflicht ein Anreiz sein, sich die Boosterimpfung verabreichen zu lassen. Die Gesundheitsministerkonferenz berät am Dienstag darüber.

Ebenfalls am Dienstag soll ein neues Expertengremium erstmals zusammenkommen, das die wissenschaftliche Beratung der Bundesregierung auf eine breitere Basis stellen soll. Lauterbach betonte, der Kreis sei ausgewogen besetzt. Die Ergebnisse sollten verbindlicher und transparenter in die Politik einfließen.

Der Gesundheitsminister verteidigte zugleich Pläne für eine allgemeine Impfpflicht. Bei den alten Virusvarianten wäre man ohne ausgekommen, aber schon mit der ansteckenderen Delta-Variante wahrscheinlich nicht mehr. »Mit der Omikron-Variante ist das erst recht so.«

jso/dpa
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