Update - der SPON-Wahltrend Schulz-Effekt zieht SPD weiter nach oben

Nach kurzem Stillstand geht es für die SPD wieder aufwärts, mehrere Prozentpunkte gewinnt sie dazu. Wem das schadet? Das können Sie in den Umfrageergebnissen von SPIEGEL ONLINE nachlesen - und erneut abstimmen.
Martin Schulz

Martin Schulz

Foto: Jens-Ulrich Koch/ Getty Images

Der Abstand zwischen Union und SPD im SPON-Wahltrend wird kleiner: In der aktuellen Erhebung überschreiten die Sozialdemokraten die 30-Prozent-Marke und nähern sich den Umfragewerten von CDU und CSU an. In anderen Umfragen hatte die SPD die Union bereits überholt.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mobilisiert offensichtlich weiter - auf Kosten von Grünen, Linken und der Alternative für Deutschland (AfD).

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen.

Wir ordnen jede Woche ein, wer vorn liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Nach jeder Auswertung können Sie am Ende des Artikels die Sonntagsfrage erneut beantworten.

Zusätzlich gibt es dieses Mal eine Umfrage zur wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, die im Mai stattfindet.

Vergangene Woche wollten wir wissen: Welche Partei würden Sie im Bund wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

Die SPD hat sich um knapp drei Prozentpunkte verbessert und erreicht jetzt 31,4 Prozent. Stärkste Kraft ist weiterhin die Union: CDU und CSU halten sich im Wahltrend stabil bei 34,3 Prozent. Zwar verliert die Union bislang keine Anhänger an die SPD, trotzdem zeigt man sich angesichts des Schulz-Hypes nervös.

Die kleinen Parteien kommen nicht voran, abgesehen von der FDP (6,4 Prozent) verlieren sie weiter an Zustimmung: Die AfD kommt auf 8,4 Prozent, die Linke auf 8,1 Prozent, die Grünen kommen auf 7,1 Prozent.

Der Vergleich mit früheren Umfragen macht den SPD-Aufschwung besonders deutlich: Anfang des Jahres lagen die Sozialdemokraten bei Werten um die 20 Prozent, mittlerweile ist man fast auf Augenhöhe mit der Merkel-Seehofer-Truppe. Außerdem zeigt der Langzeitvergleich, wem der Höhenflug der SPD am meisten schadet: So entfernen sich die Grünen Woche für Woche weiter von zweistelligen Ergebnissen. Die AfD kann ihren Abwärtstrend ebenfalls nicht bremsen: Interne Streitigkeiten wirken chaotisch, und die Partei scheint nicht zuletzt durch den SPD-Aufschwung an Boden zu verlieren.

2. Schulz-Effekt lockt junge Menschen an

Die SPD hat es bei jüngeren Menschen traditionell leichter als die Union. Neuerdings können die Sozialdemokraten sogar noch stärker als sonst bei Unter-40-Jährigen punkten: In dieser Woche gaben mehr als 37 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren an, die SPD wählen zu wollen. Gleiches gilt für 32 Prozent der Befragten zwischen 30 und 39 Jahren. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Sympathie-Zuwachs von mehreren Prozentpunkten in diesen Altersgruppen.

3. AfD wählt man eher im ländlichen Raum

Wie die Volksparteien in Städten und auf dem Land abschneiden, haben wir in der vergangenen Woche ausführlicher beschrieben. Für die rechtspopulistische AfD, die 2017 erstmals in den Bundestag einziehen will, gilt: In Gebieten mit niedriger Bevölkerungsdichte sympathisiert man stärker mit ihr als in der Großstadt. Zwar holte die AfD bei vergangenen Wahlen auch in manchen Stadtteilen zweistellige Werte. In der Regel sind Ballungsgebiete für die AfD aber eine Schwachstelle.


Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 26.2. bis 27.2.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5012 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz und bei den Angaben mit Bezug auf die Bevölkerungsdichte ist die statistische Fehlertoleranz größer, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

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NEU: Die Sonntagsfrage für Nordrhein-Westfalen

Am 14. Mai wird im bevölkerungsreichsten Bundesland gewählt, die Entscheidung in Nordrhein-Westfalen gilt als Stimmungstest für die Bundestagswahl. Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer für die NRW-Sonntagsfrage registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mitmachen können alle User - für das repräsentative Ergebnis werden aber ausschließlich Teilnehmer berücksichtigt, die mit einer Postleitzahl in NRW registriert sind.

Mehr zur Methodik und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie am Ende dieses Artikels. Die Sonntagsfrage für den Bund können Sie weiter unten beantworten.


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