Nach Nahles-Rücktritt Früherer SPD-Chef Vogel bezeichnet Grüne als Vorbild

Für den Neuaufbau bei der SPD hat Ex-Parteichef Hans-Jochen Vogel einige Vorschläge parat: Die Führung sollten künftig ein Mann und eine Frau übernehmen - und: Die Konflikte müssten beendet werden.

Plädiert für SPD-Doppelspitze: Hans-Jochen Vogel
Lino Mirgeler/ dpa

Plädiert für SPD-Doppelspitze: Hans-Jochen Vogel


Der frühere SPD-Parteivorsitzende Hans-Jochen Vogel hat seiner Partei nahegelegt, sich beim Thema Führungsstruktur an den Grünen zu orientieren: "Nun geht es darum, dass wie bei den Grünen ein Mann und eine Frau den Vorsitz bekommen. Die müssen natürlich miteinander harmonieren, kooperieren und in gleicher Weise präsent sein", sagte Vogel der "Rheinischen Post".

Sie müssten die alten Konflikte beenden, sagte Vogel weiter. Die Öffentlichkeit habe zuletzt von der SPD mehr wahrgenommen, dass sie untereinander streite, als dass sie mit den politischen Mitbewerbern die Auseinandersetzung führe.

Vor Vogel haben sich schon mehrere prominente Sozialdemokraten offen für eine Doppelspitze gezeigt. Die SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles war diese Woche angesichts verheerender Wahlergebnisse und sinkender Unterstützung von beiden Ämtern zurückgetreten.

Stimmenfang #101 - Tabula rasa bei der SPD - Die Rekonstruktion von Nahles' Scheitern

"Hat mich stark emotional berührt"

Vogel sagte zu den schlechten Umfragewerten und Wahlergebnissen der SPD: "Das hat mich schon stark emotional berührt." Vogel war von 1987 bis 1991 Vorsitzender der SPD.

Die SPD hat für den 24. Juni eine Vorstandssitzung zur Klärung der nächsten Schritte nach dem Rücktritt von Nahles angekündigt. Dabei soll auch festgelegt werden, wie die Partei die Halbzeitbilanz der Koalition ziehen will. Es geht laut SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil um die Frage, was man bereits erreicht habe und was man noch erreichen wolle. Die SPD hatte bei der Europa- und der Bremenwahl Ende Mai schwach abgeschnitten.



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mho/AFP



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