SPON-Wahltrend SPD nur noch knapp vor der AfD

Aufbruchstimmung in der SPD ist für die Wähler offenbar nicht zu erkennen. Im SPON-Wahltrend hat die AfD die Sozialdemokraten schon fast eingeholt. Schlechte Werte bekommt auch die neue Chefin Nahles.
Andrea Nahles

Andrea Nahles

Foto: Simon Hofmann/ Getty Images

"Ich will nichts schönreden", sagte Andrea Nahles vor rund vier Wochen in einem SPIEGEL-Gespräch. Sie wolle die SPD wiederbeleben, kündigte die neue Parteichefin damals an. Doch die Wähler scheinen eine Aufbruchstimmung bei den Genossen nicht zu honorieren - im Gegenteil: Im neuen SPON-Wahltrend liegen die Genossen nur noch knapp vor der rechtspopulistischen AfD.

Bei der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey stimmen in der Sonntagsfrage nur 16,6 Prozent für die SPD. Die AfD kommt auf 15,2 Prozent und liegt damit auf Platz drei. Klar in Führung bleiben CDU und CSU mit 32,2 Prozent. Auf die Grünen entfallen 12,0 Prozent, für die Linke stimmen 10,2 Prozent, für die FDP 9,2 Prozent.

Einen solch schlechten Wert hatte die SPD zuletzt im Februar dieses Jahres nach den Turbulenzen in der Parteiführung - also als der damalige Parteichef Martin Schulz auf das von ihm anvisierte Außenministerium verzichtete, nachdem der Amtsinhaber Sigmar Gabriel die SPD-Spitze massiv attackiert hatte. Damals wollten nur noch 16,4 Prozent der Befragten den Sozialdemokraten ihre Stimme geben.

Aber auch Andrea Nahles bekommt keine guten Noten: "Wie zufrieden sind Sie mit der politischen Arbeit der SPD-Fraktionschefin im Bundestag?", lautete die Frage. Mehr als 65 Prozent antworteten mit sehr oder eher unzufrieden. Selbst bei den SPD-Anhängern gaben rund 27 Prozent eine schlechte Note. Unter allen Befragten zeigten sich nur etwas mehr als elf Prozent zufrieden. Bei den SPD-Wählern sind etwas mehr als 42 Prozent sehr oder eher zufrieden.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 22. bis 29. Mai 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 11.900 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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