SPD-Vorsitz Böhmermann wirbt um Nominierung auf Parteitag

Mehrere Anläufe schlugen fehl, nun will Jan Böhmermann erneut nach dem SPD-Vorsitz greifen. In der Parteispitze rechnet man dem Satiriker kaum Chancen aus.

Jan Böhmermann: "müffelnde, randvolle Wertstofftonne"
Ben Knabe/ ZDF

Jan Böhmermann: "müffelnde, randvolle Wertstofftonne"


Jan Böhmermann strebt auf dem SPD-Parteitag eine Initiativbewerbung für das Amt des Parteichefs an. "Ich möchte auf dem Parteitag Anfang Dezember von 50 Delegierten zum Kandidaten für den SPD-Vorsitz aufgestellt und gewählt werden", schrieb er in einem Brief an die SPD-Mitglieder, den er auf Twitter veröffentlichte.

Bereits mehrfach hatte Böhmermann angekündigt, nach dem SPD-Vorsitz greifen zu wollen. Zunächst hatte er erfolglos versucht, vor Beginn der Regionalkonferenzen der Kandidaten kurzfristig als Bewerber zugelassen zu werden. Doch war er damals noch nicht Parteimitglied.

Als er Anfang Oktober in Sachsen-Anhalt doch in die SPD aufgenommen wurde, kündigte er an, über die Unterstützung mehrerer Ortsverbände noch Kandidat für den Vorsitz werden zu wollen. Dies war zu dem Zeitpunkt formal noch möglich, schlug aber fehl.

Eine letzte Möglichkeit zur Kandidatur ist nun laut SPD-Geschäftsordnung noch eine Initiativbewerbung direkt auf dem Parteitag. Dazu ist die Unterstützung von 50 Delegierten aus fünf Bezirken nötig. In der Parteispitze gilt die Bewerbung des TV-Satirikers als wenig aussichtsreich.



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In seinem Brief erinnert Böhmermann unter anderem an Willy Brandt, der vor 50 Jahren zum Bundeskanzler gewählt wurde. Der Satiriker fragt, ob die SPD "nur noch eine müffelnde, randvolle Wertstofftonne" sei und kündigt eine Reihe von Reden an, die von anonymen Autoren verfasst würden.

Derzeit läuft bei der SPD der Mitgliederentscheid zum Vorsitz. An diesem Samstag wird das Ergebnis veröffentlicht. Erhält keines der sechs Kandidatenduos die absolute Mehrheit, folgt ein Stichentscheid. Der Parteitag im Dezember soll das Ergebnis bestätigen.

asa/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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rambazamba1968 21.10.2019
1. Warum SPD?
wenn sich ein paar Satiriker zusammen setzen würden und eine 5-Sterne Bewegung in Deutschland gründen würden, wäre ein Einzug im Parlament möglich. Mario Barth für den rechten Flügel und Oliver Welke bindet die linken Wähler, wäre sogar zweistellig möglich. Dann könnten die noch weniger arbeiten. Keine schlechte Aussicht.
stumpen89 21.10.2019
2. Der letzte Sozialdemokrat in der SPD
Böhmi ist der letzte Sozialdemokrat in der SPD. Wird er nicht Parteichef, kann Olaf S. den Laden dichtmachen. Viel Glück beim Parteitag! Hoch die internationale Solidarität!
siryanow 21.10.2019
3.
Diesem Spaßvogel traue ich zu einfach die Partei zu wechseln sollte es für ihn nicht zur Pole Position reichen .
heissSPOrN 21.10.2019
4.
Zitat von rambazamba1968wenn sich ein paar Satiriker zusammen setzen würden und eine 5-Sterne Bewegung in Deutschland gründen würden, wäre ein Einzug im Parlament möglich. Mario Barth für den rechten Flügel und Oliver Welke bindet die linken Wähler, wäre sogar zweistellig möglich. Dann könnten die noch weniger arbeiten. Keine schlechte Aussicht.
Gibt es doch schon, und DIE PARTEI hat bereits zwei Abgeordnete im Europa-Parlament. Wenn all die Unzufriedenen, die meinen, keine andere Alternative zu den Altparteien zu haben als die sogenannte "AfD" oder das Nichtwählerdasein, DIE PARTEI wählten, dann wäre auch die 5%-Hürde im Bundestag und den Landtagen kein Problem.
braincrash 21.10.2019
5. Jan rules!
Wäre ein Grund wieder SPD zu wählen ! Ein nicht verbitterter Nicht-AFD-Wähler und nicht Nichtwähler
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