SPD Juso-Chefin Drohsel tritt zurück

Drei Jahre stand Franziska Drohsel an der Spitze der Jungsozialisten, jetzt gibt sie das Amt vorzeitig ab. Die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation gab private Gründe für ihren Rückzug an.
Juso-Chefin Drohsel: Briefe "mit sozialistischen Grüßen"

Juso-Chefin Drohsel: Briefe "mit sozialistischen Grüßen"

Foto: FABIAN BIMMER/ AP

Franziska Drohsel

Berlin - Juso-Chefin will ihr Amt vorzeitig abgeben. Beim Juso-Bundeskongress im Juni in Essen werde sie nach gut zweieinhalb Jahren vom Vorsitz zurücktreten, kündigte die 29-Jährige am Mittwoch an. Ihre reguläre Amtszeit wäre erst im nächsten Jahr abgelaufen.

Die Berlinerin begründete ihre Entscheidung damit, dass sie dem Abschluss ihrer beruflichen Ausbildung Vorrang einräumen wolle. Drohsel hat Jura studiert und hat gerade mit ihrem Referendariat begonnen, das mit dem Zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird.

"Ich habe den Juso-Bundesvorsitz nie als Sprungbrett in die Berufspolitik gesehen", betonte Drohsel, die auch Gründungsmitglied der linken Denkfabrik "Institut Solidarische Moderne" ist. "Der Juso-Verband ist in einem guten Zustand, so dass ich diese Entscheidung auch politisch verantworten kann." In den letzten Jahren sei das Profil als linker Jugendverband geschärft worden.

SPD-Parteitag

Sie war 2009 mit 69 Prozent der Stimmen als Juso-Chefin wiedergewählt worden. Einen Erfolg hatten die Jusos auf dem im November 2009 verbucht: Gegen die ursprüngliche Empfehlung der neuen Parteiführung unter Sigmar Gabriel forderte der Parteitag die Wiedereinführung der Vermögensteuer.

Katja Kipping

Drohsel, die ihre Briefe stets "mit sozialistischen Grüßen" zeichnet, hatte immer wieder die Agenda-Politik der SPD kritisiert. Sie warb für eine Annäherung an die Linken. Mit einzelnen Linke-Politikern wie Vorstandsmitglied arbeitete sie inhaltlich zusammen.

Kurz nach ihrer Wahl 2007 war Drohsel wegen der Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" in die Schusslinie geraten. Diese unterstützt Aktivisten der linken Szene, die mit staatlichen Organen in Konflikt gekommen sind.

als/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.