SPD-Chefcasting Einzelkandidat Brunner steigt aus

Jetzt sind es nur noch sieben Duos, die um den SPD-Parteivorsitz kämpfen: Der Einzelkandidat Karl-Heinz Brunner hat seine Bewerbung zurückgezogen.
Karl-Heinz Brunner: "Unsere politischen Gegner sind andere Parteien, nicht die eigenen Leute"

Karl-Heinz Brunner: "Unsere politischen Gegner sind andere Parteien, nicht die eigenen Leute"

Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ DPA

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner bewirbt sich nicht mehr um die Nachfolge von Andrea Nahles an der Parteispitze. "Mit diesem Schritt möchte ich eine deutlichere Zuspitzung im Kandidierendenfeld und damit eine klarere Wahlentscheidung ermöglichen", teilte der 66-Jährige aus Bayern in einer persönlichen Erklärung mit.

Er habe auch kandidiert, um bei den Parteimitgliedern zur Versöhnung der Parteiflügel beizutragen. "Es ist traurig, wenn in einigen Kreisen 'Juso' ein Schimpfwort ist, so wie in anderen Kreisen 'Seeheimer'", kritisierte Brunner mit Blick auf den SPD-Nachwuchs und den konservativen Parteiflügel. "Unsere politischen Gegner sind andere Parteien, nicht die eigenen Leute", betonte der Abgeordnete.

Die SPD sei nur dann erfolgreich, wenn sie gemeinsam streite und nicht gegeneinander. "In den letzten Tagen ist mir immer deutlicher bewusst geworden, dass für eine solche Einigung auch eine Parteispitze mit klarer und breiter Unterstützung erforderlich ist", heißt es in der Erklärung von Brunner weiter. Ein großes Kandidierendenfeld erschwert eindeutige Wahlergebnisse. Daher mache ich den Weg frei."

Mit dem Ausstieg von Brunner sind jetzt noch sieben Duos aus jeweils einer Frau und einem Mann im Rennen. Brunner sagte, thematisch lägen ihm die äußere, innere und soziale Sicherheit am Herzen. Diese Themen wisse er bei den Teams Klara Geywitz und Olaf Scholz sowie Petra Köpping und Boris Pistorius in guten Händen. "Ganz gleich, wer am Ende gewinnt - lasst uns hinter diesem Paar stehen und sie bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen", forderte Brunner.

Die Kandidaten stellen sich auf 23 Regionalkonferenzen vor. Die neue SPD-Spitze wird bei einer Mitgliederbefragung im Oktober bestimmt. Das Ergebnis soll am 26. Oktober feststehen. Am Sonntag fand eine Regionalkonferenz in Oldenburg statt. Am Montag folgt die nächste in Baunatal, am Dienstag und Mittwoch weitere in Berlin und in Hamburg.

als/dpa

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