Kandidatenrennen Mattheis und Hirschel ziehen Kandidatur um SPD-Vorsitz zurück

Die SPD-Linke Hilde Mattheis wollte gemeinsam mit dem Gewerkschafter Hirschel für den Parteivorsitz kandidieren. Nun ziehen sie sich beide zurück: um die Erfolgsaussichten eines anderen Duos zu erhöhen.

Hilde Mattheis und Dierk Hirschel haben sich aus dem Wettstreit zurückgezogen
Daniel Karmann/ picture alliance/ DPA

Hilde Mattheis und Dierk Hirschel haben sich aus dem Wettstreit zurückgezogen


Unmittelbar vor Beginn der Mitgliederbefragung über den künftigen SPD-Vorsitz hat eines der Kandidatenduos seinen Rückzug erklärt. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Ver.di-Chefökonom Dierk Hirschel haben sich aus dem Wettstreit zurückgezogen.

Sie begründeten den Schritt auf der letzten von 23 SPD-Regionalkonferenzen in München damit, dass sie damit die Erfolgsaussichten eines anderen linken Kandidatenduos erhöhen wollten. Insgesamt sind nun noch sechs Teams übrig.

Die Bundestagsabgeordnete Mattheis sagte, es sei in den vergangenen Wochen leider nicht gelungen, sich unter den vier dem linken Lager zuzurechnenden Bewerberteams auf ein gemeinsam unterstütztes Spitzenduo zu verständigen. Deshalb hätten sie und Hirschel nun entschieden, "wir machen den Weg frei, um die Erfolgsaussichten einer linken Spitzenkandidatur zu erhöhen."

"Die Partei lebt"

Zur Eröffnung der letzten Regionalkonferenz sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die Vorstellungsrunden für die künftige Parteispitze seien ein Erfolg. "Wir haben gezeigt, dass diese Partei lebt." Das Interesse an den in den vergangenen Wochen deutschlandweit abgehaltenen 23 Veranstaltungen sei sehr groß gewesen.

In den Münchener Löwenbräukeller kamen nach Parteiangaben etwa tausend Menschen, um die Vorstellung der zur Wahl stehenden Kandidatenduos zu verfolgen. Wer sich durchsetzen wird, ist vor der am Montag beginnenden Abstimmung unter den SPD-Mitgliedern völlig offen. Auch der prominenteste Bewerber, der mit der brandenburgischen Landespolitikerin Klara Geywitz kandidierende Bundesfinanzminister Olaf Scholz, konnte bisher keinen klaren Favoritenstatus erringen. (Lesen Sie hier, warum sich der Finanzminister nach anfänglichem Zögern doch zur Kandidatur entschied.)



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hej/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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cat69 12.10.2019
1. Kandidatur der Verlierer
Der SPD wird bei nahezu jeder Wahl gezeigt was der Bürger von ihr hält, wenig bis nichts. Es hat der Partei in der Vergangenheit nicht an Vorsitzenden gemangelt. Außerhalb der Partei interessiert das keinen, warum auch?
sponnerd 12.10.2019
2.
Zitat: In den Münchener Löwenbräukeller kamen nach Parteiangaben etwa tausend Menschen, um die Vorstellung der zur Wahl stehenden Kandidatenduos zu verfolgen. Zitat Ende. Bei diesen Zahlen kann man tatsächlich von einem großen Erfolg sprechen. Bei 1000 Menschen haben sich ja praktisch 99% aller SPD-Mitglieder in München beteiligt. Respekt!
FrankDunkel 12.10.2019
3. Die Partei
lebt, aber es sind die letzten Zuckungen eines Todgeweihten. In wesentlichen Politikfeldern ist sie nicht mehr kompetent - wie unter der Woche nach dem Anschlag in Halle/Saale demonstriert - und gibt niemanden, der dieser Agonie positiv ein Ende machen könnte. Traurig, aber selbstverschuldet.
RalfHenrichs 12.10.2019
4. Gehe von
der Stichwahl Köpping/Pistorius und Esken/Walter-Borjans aus. Schwan/Stegner halte ich ebenso für aussichtslos wie Geywitz/Scholz. Kampmann/Roth oder Scheer/Lauterbach könnten für Überraschungen sorgen.
Ottokar 12.10.2019
5. Die Partei
lebt noch sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Sie ist nur im Wachkoma sage ich. Es ist schon ein Trauerspiel wie es die bekannten Funktionäre die Partei Willi Brands, Helmut Schmidt etc. so am Boden zu zerstören das sich die derzeitigen Funktionäre in einer Roadshow präsentieren, dafür hergeben, müssen.
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