SPD-Kanzlerkandidat Kühnert macht sich für Scholz stark

"Wir sind auch lernfähig": Juso-Chef Kevin Kühnert unterstützt die Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz. Die SPD warnte er angesichts der Kritik von Parteilinken vor destruktiven Debatten.
Juso-Chef Kevin Kühnert

Juso-Chef Kevin Kühnert

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Kevin Kühnert hat Olaf Scholz die Unterstützung der Jusos bei seiner Kanzlerkandidatur zugesichert. "Wir tun das in dem Wissen und der Erkenntnis, dass wir - und das ist der Unterschied zu den vergangenen Jahren - in eine gemeinsame Richtung laufen", sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation.

Vorstand und Präsidium der Sozialdemokraten hatten Scholz am Dienstag einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert. Die SPD ist damit die erste im Bundestag vertretene Partei, die für die Wahl im Herbst 2021 einen Spitzenkandidaten vorweisen kann (lesen Sie dazu hier eine Analyse).

Kühnert rief die Parteilinke auf, sich konstruktiv und kritisch in die Debatte einzubringen: "Es macht einen Unterschied, ob man eine Parteispitze oder einen Kanzlerkandidaten sucht." Es seien zahlreiche Zweifel an dem Kandidaten Scholz geäußert worden. Allerdings habe die Parteilinke auch gemerkt, dass sie Politik mitgestalten könne. "Da brech ich mir keinen Zacken aus der Krone, zu sagen: Wir sind auch lernfähig", sagte Kühnert. Aber nur mit der SPD könne die Option einer Mehrheit links der Mitte erschlossen werden.

"Vielleicht ist es dann eben auch ein Olaf Scholz, der mehr als jemand anderes dazu in der Lage wäre, so ein Bündnis zu ermöglichen und tatsächlich auch mehrheitsfähig zu machen", sagte er. Als Juso habe er schon früher Wahlkampf für schwierige Programme und Kandidaten gemacht, "aus Überzeugung für die Sache und das Ziel der Mehrheit", sagte Kühnert, der auch stellvertretender Parteivorsitzender ist. 

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans betonte das Mitspracherecht der Partei beim Wahlprogramm. "Ich habe immer gesagt, dass ein Kanzlerkandidat nicht einfach seine Agenda durchdrücken kann", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Gleichzeitig darf die Partei ihrem Kandidaten kein Programm überstülpen."

als/dpa
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