SPD Klimmt tritt zurück

Der nach seinem Strafbefehl unter Druck geratene Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt hat die Konsequenz gezogen und seinen Rücktritt eingereicht. Nachfolger Klimmts soll der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Kurt Bodewig, werden.


Berlin - Den Rücktritt von Bundesverkehrsminister Klimmt bestätigte die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion in Saarbrücken, Andrea Schramm.

Nachfolger Klimmts: Kurt Bodewig
DPA

Nachfolger Klimmts: Kurt Bodewig

Der 45-jährige SPD-Abgeordnete und Verkehrsstaatssekretär Kurt Bodewig wird neuer Bundesverkehrsminister. "Das hat Bundeskanzler Schröder der SPD-Fraktion gesagt", hieß es aus Regierungskreisen.

Die SPD-Fraktion war am Morgen zu einer Sondersitzung zusammengekommen, an der auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und Klimmt teilnahmen. Schröder dankte vor den Abgeordneten dem scheidenden Verkehrsminister. Um Schaden von der Bundesregierung abzuwenden, habe er den Rücktritt angenommen. Die Entscheidung über den Rücktritt fiel dem Vernehmen nach am Mittwochabend nach einem Gespräch Klimmts mit Schröder.

Rücktritt: Reinhard Klimmt
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Rücktritt: Reinhard Klimmt

Fraktionschef Peter Struck zollte der Entscheidung von Klimmt Respekt. Er habe keinen Zweifel, dass Klimmt bei einem Prozess seine Unschuld beweisen könne, sagte Struck.

Das Amtsgericht Trier hatte am vergangenen Montag einen Strafbefehl gegen Klimmt wegen Beihilfe zur Untreue erlassen und ihn zu einer Geldstrafe über insgesamt 27.000 Mark verurteilt. Klimmt hatte den Strafbefehl zunächst akzeptiert, dann aber anfechten wollte. Klimmt war gut ein Jahr im Amt.



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