Linkskurs-Kritiker Konservative Gruppe "SPDpur" löst sich auf

Wenige Monate nach ihrer Gründung stellt eine SPD-Gruppe von Traditionalisten, zu denen auch Sigmar Gabriel gehörte, ihre Arbeit ein. Sie begründet dies mit der Weichenstellung beim jüngsten Parteitag.
War das bekannteste Gesicht der Gruppe "SPDpur": Sigmar Gabriel

War das bekannteste Gesicht der Gruppe "SPDpur": Sigmar Gabriel

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach dem Linksschwenk der SPD auf ihrem Parteitag in Berlin hat sich die konservative Parteibewegung "SPDpur" aufgelöst. "Der Bundesparteitag hat am Wochenende entschieden. Wir haben immer betont, dass wir mit Blick auf den Bundesparteitag agieren. Dem entsprechend enden heute unsere Aktivitäten", teilte der Herforder Bürgermeister und Sprecher der Initiative, Tim Kähler, auf Facebook mit. "Unsere Auffassungen bleiben jedoch bestehen."

Die im Sommer gegründete Gruppe hatte sich einem Linksruck der Partei entgegengestellt. Neben dem ehemaligen nordrhein-westfälischen SPD-Chef Michael Groschek hatte auch der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel die Gruppe unterstützt. Gabriel hatte kritisiert, die SPD sei linker geworden als die Linkspartei und ökologischer als die Grünen.

Auf ihrem Parteitag forderte die SPD unter ihrer neuen Spitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans unter anderem staatliche Milliardeninvestitionen, eine Vermögensteuer und eine Abkehr von Hartz IV. Das wurde als Linksschwenk gewertet.

mho/dpa