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24. Mai 2019, 04:58 Uhr

SPD-Krise

Nahles wittert Schulz-Putsch

Vor den Wahlen am Sonntag liegen in der SPD die Nerven blank. Parteichefin Andrea Nahles stellte nach SPIEGEL-Informationen intern Martin Schulz zur Rede - wegen einer möglichen Attacke des Ex-Vorsitzenden.

Ein vertrauliches Treffen zwischen Andrea Nahles und Martin Schulz wirft unmittelbar vor der Europawahl ein Schlaglicht auf das Ausmaß der Führungskrise in der SPD. In einem Vieraugengespräch Ende vergangener Woche konfrontierte die schwer unter Druck geratene Partei- und Fraktionschefin den ehemaligen Kanzlerkandidaten mit ihren Erkenntnissen: Sie höre, er wolle sie an der Fraktionsspitze ablösen, sagte sie nach übereinstimmenden Angaben aus Parteikreisen.

Schulz, der zuvor mit Abgeordneten über dieses Thema gesprochen hatte, bestritt demnach zwar akute Putschpläne, nicht aber seine grundsätzlichen Überlegungen. Er habe im Gespräch mit Nahles ein Szenario entworfen, heißt es, wonach sie wieder das Arbeitsministerium übernehmen könnte, um öffentlich mit einem klaren Thema punkten zu können.

Schulz hatte nach Angaben aus Fraktionskreisen zuvor in zahlreichen Gesprächen seine Chancen sondiert. Dabei soll er betont haben, er wolle nicht gegen Nahles antreten, sondern sich nur dann um das Amt des Fraktionsvorsitzenden bewerben, wenn Nahles den Posten abgeben sollte.

Regulär muss sich Nahles Ende September in der Fraktion zur Wiederwahl stellen. Allerdings wird in der Partei gemutmaßt, dass sich im Fall herber Niederlagen bei den Wahlen zum Europaparlament und zur Bürgerschaft in Bremen die Führungsfrage schneller stellen könnte. Seit Wochen kursieren neben Schulz die Namen mehrerer möglicher Nachfolger an der Fraktionsspitze, darunter Arbeitsminister Hubertus Heil, Generalsekretär Lars Klingbeil und der nordrhein-westfälische Abgeordnete Achim Post.

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hic/vme

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