SPD-Bundestagsfraktion Mutmaßliche K.-o.-Tropfen-Attacke bei Sommerfest – kein Verdächtiger ermittelt

Die Chancen auf Aufklärung sind offenbar schlecht: Nach einer SPD-Party klagten Frauen über Unwohlsein und Gedächtnisverlust. Laut den Ermittlern konnte nicht festgestellt werden, ob K.-o.-Tropfen verabreicht worden seien.
Wurden bei einer SPD-Veranstaltung tatsächlich K.-o.-Tropfen verabreicht? (Symbolbild)

Wurden bei einer SPD-Veranstaltung tatsächlich K.-o.-Tropfen verabreicht? (Symbolbild)

Foto: Florian Gaertner / photothek /picture alliance

Knapp drei Monate nach einer mutmaßlichen –o.-Tropfen-Attacke auf einem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion konnten die Ermittler keinen Verdächtigen feststellen. Die Polizei habe ihre Ermittlungen zu zehn Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung zwischenzeitlich an die Amtsanwaltschaft abgegeben, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Es könne jedoch nicht mehr festgestellt werden, ob tatsächlich K.-o.-Tropfen verabreicht worden seien.

Als Grund dafür nannte der Behördensprecher, dass bei neun der zehn Fälle der Zeitraum abgelaufen gewesen sei, in dem die Tropfen noch medizinisch hätten nachgewiesen werden können. In einem Fall gab es nach früheren Angaben der Polizei eine Blutuntersuchung. Laut Staatsanwaltschaft steht die mutmaßliche Geschädigte inzwischen aber als Zeugin nicht zur Verfügung und hat die sie behandelnden Ärzte auch nicht von der Schweigepflicht entbunden.

Weiteres Vorgehen offen

Nach der Teilnahme an dem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion am 6. Juli hatten mehrere Frauen über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust geklagt. Eine 21-Jährige habe sich im Krankenhaus untersuchen lassen und die Polizei eingeschaltet, hieß es damals. Laut Polizei wurden Foto- und Videomaterial auswertet sowie Betroffene, Gäste und Beschäftigte befragt. Nun muss die Amtsanwaltschaft, die in Berlin als Ermittlungsbehörde für die Verfolgung kleinerer bis mittlerer Straftaten zuständig ist, über das weitere Vorgehen entscheiden.

Unter dem Begriff »K.-o.-Tropfen« werden umgangssprachlich viele verschiedene Substanzen zusammengefasst. Am weitesten verbreitet ist Liquid Ecstasy, also Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB). Es ist farb-, geruchs- und geschmacklos und kann jene, die sie zu sich nehmen, hilf- und wehrlos machen und zu einem Blackout führen.

bbr/dpa
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