SPD Nahles fordert schärfere Abgrenzung von den Grünen

Die Grünen werden in den Umfragen immer stärker - deshalb mahnt SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zu einer scharfen Auseinandersetzung mit der Ökopartei: Man müsse sie wie einen Konkurrenten behandeln und dennoch am Ziel rot-grüner Koalitionen festhalten.

SPD-Generalsekretärin Nahles: "Kein rot-grünes Wischiwaschi machen"
dapd

SPD-Generalsekretärin Nahles: "Kein rot-grünes Wischiwaschi machen"


Hamburg - SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles verlangt von ihrer Partei eine schärfere Abgrenzung von den Grünen. Mit Blick auf deren steigende Umfragewerte sagte Nahles dem "Hamburger Abendblatt, die Grünen seien für die Sozialdemokraten "auch ein Konkurrent". Nahles' Position: "Politisch sind sie uns immer noch am nächsten, aber wir dürfen kein rot-grünes Wischiwaschi machen."

Die Generalsekretärin forderte, die Unterschiede zwischen beiden Parteien aufzeigen. So machten die Grünen Politik nur für bestimmte Milieus, die SPD dagegen ein Angebot für die gesamte Bevölkerung, sagte Nahles. "Wir werden harte Wahlkämpfe für unsere eigenen Konzepte führen - in den Ländern und im Bund", kündigte Nahles an. Sie verwies darauf, dass die SPD dabei sei, "wieder mehr sozialdemokratisches Profil aufzubauen".

Die Grünen erzielen derzeit Rekordwerte in den Umfragen. Im am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer legten sie um einen Punkt auf 16 Prozent zu. Die SPD büßte dagegen einen Punkt ein und kommt auf 31 Prozent. Laut Forsa-Institut liegen die Grünen sogar bei 20 Prozent, die SPD bei 27 Prozent. Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten beide Parteien den Umfragen zufolge die Regierung bilden.

Nahles unterstützte im Gespräch mit dem "Hamburger Abendblatt" den Vorstoß von SPD-Chef Sigmar Gabriel, den nächsten Kanzlerkandidaten in einer Art Vorwahl von Mitgliedern und Nichtmitgliedern der Partei bestimmen zu lassen. Die Generalsekretärin machte deutlich, dass die Sozialdemokraten über "mehrere geeignete Persönlichkeiten" verfügten. Die Frage der Kanzlerkandidatur werde "frühestens 2012" entschieden.

flo/AFP



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