Nach einem Jahr als Vizechefin Kohnen zieht sich aus SPD-Spitze zurück

Sie fordert einen "personellen Neuaufbau" der SPD - und fängt bei sich selbst an: Natascha Kohnen will nicht mehr Vizechefin der Partei sein. Ein möglicher Nachfolger: Juso-Chef Kevin Kühnert.

Natascha Kohnen sagt, sie habe als SPD-Vize "zu viele Kompromisse" machen müssen
Michael Kappeler/dpa

Natascha Kohnen sagt, sie habe als SPD-Vize "zu viele Kompromisse" machen müssen


Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen will beim Parteitag im Dezember nicht noch einmal als stellvertretende Parteivorsitzende antreten. "Wir brauchen einen personellen Neuaufbau, der unabhängig ist von den Entscheidungen zur GroKo vor zwei Jahren", sagte Kohnen dem "Münchner Merkur". Sie selbst habe in den vergangenen Jahren "zu viele Kompromisse" machen müssen.

Kohnen ist erst seit Dezember 2018 stellvertretende Vorsitzende der SPD, seit Dezember 2015 gehört sie dem Parteivorstand an. Auch andere Posten in der Bundes-SPD kommen für sie nicht mehr infrage.

Wer führt künftig die SPD?

Ein möglicher Nachfolger wäre Kevin Kühnert - denn der Juso-Chef und GroKo-Kritiker hat jüngst in der "Süddeutschen Zeitung" seine Bewerbung für den SPD-Vorstand angekündigt und eine Kandidatur für den Posten des stellvertretenden Parteichefs nicht ausgeschlossen. Der "Münchner Merkur" wertete Kohnens Rückzug als "indirekte Empfehlung" für eine Kandidatur Kühnerts. Die SPD-Politikerin sagte der Zeitung, sie finde es für ihre Partei "sehr interessant, dass er sich jetzt dazu entschieden hat".

Die SPD-Mitglieder entscheiden derzeit per Mitgliederbefragung über den künftigen SPD-Vorsitz. Sie können sich dabei zwischen den Duos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans oder Olaf Scholz und Klara Geywitz entscheiden. Der Parteitag Anfang Dezember in Berlin entscheidet dann formal über die Vorsitzenden und wählt den Rest der SPD-Führung neu.



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mes/AFP/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
muelk 19.11.2019
1. Konsequenter Rücktritt, da könnten sich viele ein Beispiel nehmen
In Bayern ist die SPD wirklich am Boden wie sonst nur in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Kohnen ist hierfür nicht alleine verantwortlich, aber ihrRücktritt ist konsequent. Kevin Kühnert in Kombination mit Scholz und Geywitz, das wäre doch was. Könnte bei entsprechend klugem Vorgehen die SPD stärken. Borjans und Esken repräsentieren dagegen die potentiellen Niederlagen. Selbst erklärt!!! Hoffe die SPD entscheidet sich für die erfahrenere Variante gern mit einem Stellvertreter Kühnert
theo.ellers 19.11.2019
2. Qualitätsverlust?
Mir erscheint der Wechsel nicht schlüssig zu sein: Kevin Kühnert kommt aus einem Bezirk, der im Land Berlin mitregiert. Sich in der Opposition zu erneuern hat er nicht gelernt. Natascha Kohnen dagegen kennt diesen Prozess aus Bayern in- und auswendig. Kann man auf ihren Sachverstand verzichten?
Fuscipes 20.11.2019
3.
"Kann man auf ihren Sachverstand verzichten?" Nein, ohne Neuaufbau aber auf die SPD.
Europa-Realist 20.11.2019
4. Konsequent inkonsequent!
Natascha Kohnen hat in Bayern das historisch schlechteste Ergebnis für die SPD bei Landtagswahlen geholt. Anschließend stellte der gesamte Landesvorstand seine Ämter zur Verfügung. Das war noch konsequent. Aber dann: Natascha Kohnen kandidiert erneut, gewinnt und nimmt diese Wahl auch noch an!!! Wo ist da bitte schön der konsequente Neuanfang? Ihr Vorgänger, Florian Pronold hat es sich ja als Staatssekretär in der GroKo bequem gemacht, sonst existiert die Bayern-SPD nur noch durch die OBs Reiter und Maly (Nürnberg) und die Ex-Obs Hans-Jochen Vogel, Kronawitter und Ude.
ruhuviko 20.11.2019
5. Zu Pronold eine Bemerkung:
Zitat von Europa-RealistNatascha Kohnen hat in Bayern das historisch schlechteste Ergebnis für die SPD bei Landtagswahlen geholt. Anschließend stellte der gesamte Landesvorstand seine Ämter zur Verfügung. Das war noch konsequent. Aber dann: Natascha Kohnen kandidiert erneut, gewinnt und nimmt diese Wahl auch noch an!!! Wo ist da bitte schön der konsequente Neuanfang? Ihr Vorgänger, Florian Pronold hat es sich ja als Staatssekretär in der GroKo bequem gemacht, sonst existiert die Bayern-SPD nur noch durch die OBs Reiter und Maly (Nürnberg) und die Ex-Obs Hans-Jochen Vogel, Kronawitter und Ude.
Florian Pronold hat sich auf eine Stelle beworben und bekommen, für die er keinerlei Qualifikation mitbringt: Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie. Damit macht er sich auf hohem Niveau von politischen Acker.
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