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12. Juli 2019, 15:01 Uhr

Neuaufstellung der Sozialdemokraten

Nina Scheer und Karl Lauterbach wollen SPD-Parteichefs werden

Zwei Parlamentarier vom linken Flügel bewerben sich als SPD-Doppelspitze: Nina Scheer und Karl Lauterbach plädieren im SPIEGEL für einen "sozial-ökologischen Aufbruch" - und den Ausstieg aus der Großen Koalition.

Die Bundestagsabgeordneten Nina Scheer und Karl Lauterbach bewerben sich als Duo für den SPD-Vorsitz. "Ich glaube, dass wir einen Schwerpunkt setzen könnten, der unserer Partei gut täte", sagte die Umwelt- und Energiepolitikerin Scheer, 47, dem SPIEGEL. "Wir stehen als Team für einen sozial-ökologischen Aufbruch."

(Lesen Sie hier das ganze Gespräch.)

Lauterbach, 56, sagte, die beiden wollten "eine klar linkere" SPD. "Die SPD muss wieder sozialdemokratischer werden, mit einer viel ehrgeizigeren Umweltpolitik, einer klareren Sozialpolitik."

Scheer und Lauterbach, die zum linken Flügel der SPD gehören, plädieren für einen Ausstieg aus der Großen Koalition. "Ich glaube wir haben kein Potenzial mehr, es gibt nicht mehr ausreichend Schnittmengen. Wir sind nach links gegangen, die Union ist nach rechts gegangen", sagte Lauterbach dem SPIEGEL.

Scheer sagte, die Koalition werde "drängenden Fragen unserer Zeit nicht gerecht", und nannte als Beispiel den Klimaschutz. "Deshalb müssen wir uns auf einen Weg jenseits der Großen Koalition vorbereiten."

Das Duo begrüßte zudem, dass Thilo Sarrazin nach der Entscheidung der Kreisschiedskommission Charlottenburg-Wilmersdorf nun aus der SPD ausgeschlossen werden könnte. Auf die Frage, ob die beiden als Vorsitzende ebenfalls den Rauswurf Sarrazins betrieben hätten, antwortete Lauterbach: "Ja. Er verdankt der SPD alles und hat ihr dann maximal geschadet. Niemand von uns wird ihn vermissen." Scheer sagte: "Wer sich gegen die Grundwerte der Partei stellt, dessen Ausschluss wird zu Recht gefordert."

Bewerber für den SPD-Vorsitz können noch bis zum 1. September ihre Kandidatur anmelden. Auch Einzelbewerbungen sind zulässig, allerdings werden Teams, in denen jeweils eine Frau vertreten sein muss, deutlich höhere Chancen eingeräumt. Um antreten zu können, müssen Kandidaten die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband haben.

hic/mfk

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