Kandidatenrennen Walter-Borjans und Esken wollen SPD-Vorsitzende werden

Noch ein Duo will für den SPD-Vorsitz kandidieren: Es ist der Ex-Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken.

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken: Das Duo will sich vom NRW-Landesvorstand nominieren lassen
Rainer Unkel/ imago; Michael Kap

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken: Das Duo will sich vom NRW-Landesvorstand nominieren lassen


Der ehemalige Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken möchten Vorsitzende der SPD werden. Die Bedingung: Der Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen soll sie nominieren. Sie wollten "nur mit dem klaren Votum des Landesvorstandes" kandidieren, sagte Walter-Borjans.

Laut WDR tagt der Vorstand am kommenden Freitag, um über die Unterstützung von potenziellen Kandidaten zu beraten. Aus NRW haben bereits die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann sowie der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach ihre Hüte in den Ring geworfen.

"Mich treibt die Krise der SPD um"

"Mich haben viele Menschen, die der SPD nahestehen oder wieder nahestehen wollen, darum gebeten, für den Parteivorsitz zu kandidieren", sagte Walter-Borjans dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Mich treibt die Krise der SPD seit Langem um und ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Bitte, mich an einem Neustart zu beteiligen, ablehnen würde."

SPD-Verfahren für den Parteivorsitz
Der Zeitplan im Überblick:
1. Juli: Bewerbungen
Ab diesem Tag können Zweierteams oder Einzelbewerber ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz einreichen. Für eine Kandidatur benötigen sie die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.
1. September: Regionalkonferenzen
Die Bewerbungsfrist endet. Die Kandidaten präsentieren sich danach in 23 Regionalkonferenzen der Basis. Fünf Wochen lang können sie bei den Mitgliedern für sich werben. Der Auftakt ist am 4. September in Saarbrücken, der Abschluss am 12. Oktober in München.
14. Oktober: Basisentscheid
Die rund 440.000 SPD-Mitglieder dürfen in einem Basisentscheid ihren Kandidaten oder ihr Kandidatenteam für die Parteispitze bestimmen.
26. Oktober: Ergebnis des Mitgliedervotums
Das Ergebnis des Mitgliederentscheids soll vorgestellt werden. Sollte kein Kandidat beziehungsweise kein Doppelteam über 50 Prozent der Stimmen erhalten, soll es einen Stichentscheid zwischen den beiden Erstplatzierten geben. Die Wahl ist rechtlich nicht bindend, politisch dürfte der Parteitag aber kaum am Votum der Mitglieder vorbeikommen.
6. bis 8. Dezember: Parteitag
In Berlin kommt der Bundesparteitag der SPD zusammen. Er soll den oder die Gewinner des Mitgliederentscheids formell an die SPD-Spitze wählen - und über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition entscheiden.

Bundesweit wurde Walter-Borjans bekannt, weil er als Finanzminister von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 sogenannte Steuer-CDs kaufte, auf denen die Daten von Steuerhinterziehern gespeichert sind. Er war von 2010 bis 2017 Finanzminister von Nordrhein-Westfalen.

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cte/höh/dpa



insgesamt 39 Beiträge
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horst-viersen 28.08.2019
1. Der Steuerjäger
Herr Borjans ist Dipl. Volkswirt aus einfachem Hause. Er vertritt eine Wirtschaftspolitik mit Augenmaß und Vernunft. Den kann man wählen.
DummIstKult 28.08.2019
2. Qual der Wahl
Hoffentlich zerreißt die immer größer werdende Zahl der Alternativen in der Mehrheit auch durch Ämter ausgewiesen hoch qualifizierter Tandems nicht die alte Arbeiterpartei. Ich fürchte, die Basis wird gar nicht wissen, wem sie für die nahe Zukunft das Schiff anvertrauen soll. Natürlich kann man diese evidente Qual der Wahl auch als Luxusproblem sehen.
josho 28.08.2019
3. Die Krise der SPD....
....treibt die beiden also um. Und wohin geht die Reise mit Ihnen, Herr Borjahns und Frau Esken? Köpfe haben wir zwischenzeitlich genug gesehen, Inhalte dafür umso weniger.
skeptikerjörg 28.08.2019
4. Gespannt
Bin auf die Regionalkonferenzen gespannt. Wenn jedes Team auch nur 30 Minuten bekommt, die Einzelkandidaten 15 Minuten, dann ist das schon abendfüllend. Sollte man so großzügig sein, den Mitgliedern auch noch Fragen zu erlauben, wird das Zeitmanagement hochinteressant. Entweder hatte man nicht mit so vielen Bewerbungen gerechnet, als man dieses Format beschlossen hatte, oder aber in der Praxis nicht zu Ende gedacht.
chinawoman 28.08.2019
5. Sind denn noch
irgendwelche SPD-Parlamentarier übrig die das NICHT werden wollen??? Ist ja bald keiner mehr da der noch wählen darf. Abgesehen von denen die echte Chancen hätten den Job anständig zu machen, aber nicht antreten wollen....
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