Bewerbung für SPD-Vorsitz Olaf Scholz tritt mit Klara Geywitz an

Der Vizekanzler hat eine Frau für die Teamkandidatur gefunden: Olaf Scholz bewirbt sich mit der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Klara Geywitz für den SPD-Vorsitz.

Gemeinsam für den SPD-Vorsitz: Olaf Scholz und Klara Geywitz
Kay Nietfeld/ DPA; Britta Pedersen/ DPA

Gemeinsam für den SPD-Vorsitz: Olaf Scholz und Klara Geywitz


Finanzminister Olaf Scholz geht mit der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Klara Geywitz ins Rennen um den SPD-Vorsitz. Dies kündigten Scholz und Geywitz via Twitter und auf ihren jeweiligen Internetseiten an.

"Wir haben uns entschieden, gemeinsam für den Vorsitz der SPD zu kandidieren. Als Tandem mit unseren unterschiedlichen Lebenswegen, unseren Erfahrungen und mit den verschiedenen Perspektiven, aus denen wir auf unser Land blicken", schrieben Geywitz und Scholz in einem Brief an die Mitglieder der SPD. "Gemeinsam wollen wir die SPD wieder stark machen."

Geywitz, 43, war von 2013 bis 2017 Generalsekretärin in Brandenburg. Am Freitag hatte der SPIEGEL vermeldet, dass Vizekanzler Olaf Scholz sich für die Nachfolge von Andrea Nahles bewerben will.

Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident, und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil verzichten indes auf eine Kandidatur. Weils Absage wurde dem SPIEGEL aus Parteikreisen bestätigt, zuerst hatte darüber die "Welt" berichtet.

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Generalsekretär Klingbeil, ebenfalls Niedersachse, verkündete seine Entscheidung in einem Video, das auf Twitter verbreitet wurde. Es seien "schon viele wunderbare Menschen auf dem Platz, die sich entschieden haben, dass sie Parteivorsitzende werden wollen", sagte Klingbeil. Vielleicht kämen noch ein paar dazu und dann werde das ein "spannendes Rennen".

Wer ist Klara Geywitz?

Klara Geywitz gilt als Strategin. Nicht umsonst gehörte die Potsdamer SPD-Politikerin zur großen Verhandlungsrunde, die im vergangenen Jahr den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aushandelte. Mit Vizekanzler Scholz verbindet sie nicht nur der Wohnort Potsdam - sie kennen sich auch aus dem SPD-Parteivorstand, dem Geywitz seit 2017 als Beisitzerin angehört. Die 43-Jährige ist innerhalb der SPD auch mit anderen Landesverbänden gut vernetzt.

In der jetzt auslaufenden Wahlperiode war Geywitz Vorsitzende des wichtigen Landtagsinnenausschusses, in der SPD-Fraktion Sprecherin für Medienpolitik und Religion. Bei ihren Reden im Landtag beweist sie durchaus ironischen Humor: "Es dürfte in Brandenburg ungefähr so viele Burka-Trägerinnen geben wie illegal eingewanderte Elche aus Polen", sagte sie 2016 in einer Debatte über ein Burka-Verbot.

Gilt als ehrlich, aber auch konfliktfähig

Sie gilt als Nachwuchshoffnung der Brandenburger SPD. Die Diplom-Politologin ist seit 1994 Mitglied der SPD, von 2008 bis 2013 war sie stellvertretende Landesvorsitzende in Brandenburg, von 2013 bis 2017 Generalsekretärin. Von diesem Amt trat sie aber 2017 zurück, nachdem Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) ohne Rücksprache die von ihr befürwortete Kreisreform abgesagt hatte.

Geywitz gilt als ehrlich, aber auch konfliktfähig. Probleme löst sie eher im Hintergrund. Derzeit ist Geywitz häufig mit einem roten Lastenfahrrad in Potsdam zu sehen. Sie macht Wahlkampf, will am 1. September erneut in den Brandenburger Landtag gewählt werden. Seit 2004 hat sie ihren Wahlkreis Potsdam dreimal direkt gewonnen - in diesem Jahr könnte es wegen der starken Grünen aber eng werden.

cte/hic/vme/höh/dpa

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denkpanzer 20.08.2019
1.
Damit die lustige Selbstzerstörung der sPD weitergehen kann muss Scholz Vorsitzender werden. Die 5% Hürde wird es irgendwann schon richten.
sponnerd 20.08.2019
2. Who the f*ck?
Da wurde gerade erst der mangel an Prominenz der bisherigen Kandidaten bemängelt und schon hagelt es nur Superstars der SPD! Auf, auf Genossen! Alles wird gut!
Jan_Wellem 20.08.2019
3. Wenn man glaubt, ...
... lächerlicher ginge es nun nicht mehr, dann kommt die gute alte SPD und setzt noch einen drauf.
Ulfbold 20.08.2019
4. Reines Alibi
Was ist das denn für ein Paar? Ein Hochkaräter und eine no name. Die Frau erfüllt doch nur eine Alibifunktion, weil man eben als Paar antreten muss. Das ist doch keine gleichwertige Parteivorsitzende. Bei dieser Entscheidung zeigt sich aber das ganze Verquere in dem Auswahlverfahren.
vegefranz 20.08.2019
5. dieser seltsame Zwang zur "Doppelspitze"...
dieser seltsame Zwang zur "Doppelspitze"... wo kommt das her? Gibt es nach der Klimahysterie jetzt die Doppelspitzenhysterie...? Letzlich wird mit solchen grotesken veranstaltungen kein einziges reales Problem gelöst und die Menschen wenden sich immer weiter von CDU/SPD als den Parteien der Mitte den radikalen Rändern links/rechts zu .
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