Bundestagswahl 2017 Scholz schließt Kanzlerkandidatur nicht aus

In Umfragen liegen die Sozialdemokraten elf Prozentpunkte hinter der Union. Der Rückstand sei aufholbar, sagt SPD-Vize Olaf Scholz im SPIEGEL-Interview - und hält sich die Kanzlerkandidatur offen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz
DPA

Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz


SPD-Parteivize Olaf Scholz sieht für seine Partei noch Chancen, die Bundestagswahl 2017 zu gewinnen. In einem Gespräch mit dem SPIEGEL sagte er, die Partei müsse auf die Herausforderungen nicht nur die richtigen Antworten geben, "sie muss einen klaren Kurs verfolgen, den jeder verstehen kann, ohne dass er die Details des Programms kennt". Zehn Prozentpunkte Rückstand auf die Union seien aufholbar. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 23/2016
Die Kanzlerin und ihr Seehofer: Eine eitle Feindschaft wird zur Gefahr für das Land

Die SPD müsse sich so aufstellen, dass die Bürger "sie als Kanzlerpartei wollen", so Scholz. Für sich selbst schloss Scholz eine Rolle als Kanzlerkandidat nicht aus: "Es ist gut, dass die SPD eine Reihe von Personen hat, denen man das Kanzleramt zutraut." Im aktuellen Deutschlandtrend kommt die SPD auf 21 Prozent, CDU/CSU auf 32 Prozent.

Deutliche Kritik übte Hamburgs Erster Bürgermeister am Führungsstil der Kanzlerin. Die Wähler erwarteten "einen klaren Plan für die Entwicklung unseres Landes". Den jedoch gebe es nicht. So hätten die Deutschen "den Glauben daran verloren, dass Angela Merkel einen Plan hat und alle Krisen gut managen kann". Scholz: "Bislang dachten viele, die Kanzlerin sei unschlagbar." Davon könne "nach dem jüngsten Absturz der Union in den Umfragen keine Rede mehr sein".

Eine Absage erteilte Scholz möglichen Steuersenkungen, die Finanzminister Wolfgang Schäuble in Aussicht gestellt hatte. Die steuerpolitischen Spielräume seien "in jeder Hinsicht begrenzt". Schäuble wecke Erwartungen, "die er nicht erfüllen kann". Scholz: "Solche Vorschläge verschärfen das Glaubwürdigkeitsproblem der Politik."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.



insgesamt 150 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kimmberlie.67 04.06.2016
1. Sehr gute Entscheidung Herr Scholz
warum soll man auch wie auf der Titanic unter gehen wenn man als Landesfürst an der Spitze steht und das sagen hat.
festuca 04.06.2016
2. Ist der Ruf erst ruiniert...
Nein Herr Scholz, die SPD wird nicht wie Phönix aus der Asche aufstehen. Egal, was in der Partei beschlossen wird - so kurz ist das Wählergedächtnis nun auch wieder nicht. Und das Personal, allen voran Sigmar Gabriel, ist verschlissen.
localpatriot 04.06.2016
3. Optimismus zaehlt
Leider sterben immer mehr der hartgesottenen treuen SPD Stammwähler und neue kommen kaum dazu. Wer die heutige Regierung mag, wählt am besten gleich die CDU, ausser in Bayern und dort hat man ein Dilemma.
Markus Frei 04.06.2016
4. Humor
Zehn Prozent seien aufholbar. Hat der das wirklich gesagt oder hat SPON sich in der Rubrik vertan und der Artikel gehörte in die Rubrik "SPAM" ?
wo_st 04.06.2016
5. Woher
Ja, woher nimmt man hier die vielen Prozente für die SPD? In meiner Umgebung gibt kaum noch jemand zu, zur SPD zu stehen. Nischenpartei wie die FDP ist das wohl schon langsam.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.