SPD-Panne in Wiesbaden "Shit happens"

Eigentlich schien es nur eine Formsache zu sein. Doch dann verpasste die SPD in Wiesbaden die fristgerechte Anmeldung ihres Kandidaten zur Oberbürgermeister-Wahl. Die Bundesspitze der Partei nimmt die peinliche Panne mit Zerknirschung hin.

Bremen - SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bemühte sogar jugendlichen Jargon, um eine der peinlichsten Pannen in der Geschichte der Partei zu kommentieren. "Shit happens", kommentierte der 34-Jährige, was die Republik mit Kopfschütteln am Vortag zur Kenntnis genommen hatte - die SPD in Wiesbaden hatte es versäumt, rechtzeitig ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl anzumelden.

Nach dem Bekanntwerden der Panne war am Freitag der gesamte Wiesbadener SPD-Vorstand zurückgetreten. Der Unterbezirksvorsitzende Marco Pighetti übernahm die Verantwortung und sagte, er habe keine Erklärung für die nicht fristgerechte Anmeldung. Der Fauxpas sei " unvorstellbar".

Die SPD hatten ihren Kandidaten, den parteilosen ehemaligen Stadtdekan Ernst-Ewald Roth, bereits im April gekürt. Für die Wahl hätte die SPD bis Donnerstagabend ihren Kandidatenvorschlag offiziell einreichen müssen. Der Vorschlag der SPD war jedoch erst am Freitagmittag beim Wahlleiter eingetroffen.

Auch der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck musste, wie Heil, am Rande einer Klausurtagung der SPD in Bremen, zu dem skurilen Vorfall Stellung nehmen. Er nahm es scheinbar gelassen: "Was an Fehlern gemacht werden kann in dieser Welt, wird wohl auch gemacht."

Fakt bleibt: Die Wiesbadener Oberbürgermeister-Wahl am 13. März wird erstmals in der Nachkriegsgeschichte ohne SPD-Kandidaten über die Bühne gehen. Sie gilt neben der Wahl des Frankfurter Stadtoberhauptes als wichtiges politisches Stimmungsbarometer vor der Landtagswahl in Hessen im kommenden Jahr.

sev/ddp/rtr