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Wahl auf Parteitag Esken und Walter-Borjans sind neue SPD-Chefs

Die Delegierten haben entschieden: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen künftig die SPD führen. Esken erhielt auf dem Parteitag 75,9 Prozent der Stimmen, Walter-Borjans 89,2 Prozent.

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sind die neuen SPD-Vorsitzenden: Esken erhielt auf dem Parteitag 75,9 Prozent der Stimmen, Walter-Borjans wählten 89,2 Prozent der Delegierten.

Damit wird die SPD erstmals in der Nachkriegszeit von einer Doppelspitze angeführt. Dafür hatte der Parteitag zuvor eigens die Satzung geändert. Beide hatten sich bei einer Mitgliederbefragung durchgesetzt.

Das neue Führungsduo erzielte ein ordentliches Wahlergebnis. Zum Vergleich: Die frühere Parteivorsitzende Andrea Nahles hatte bei ihrer Wahl im April des vergangenen Jahres 66,35 Prozent bekommen.

Die linke Bundestagsabgeordnete Esken, 58, und der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Walter-Borjans, 67, stehen für einen kritischen Kurs zum Koalitionspartner CDU/CSU. Sie wollen unter anderem beim Klimaschutz, beim Mindestlohn und bei öffentlichen Investitionen nachverhandeln und mehr Forderungen der SPD durchsetzen. Das machten sie auch in ihren Bewerbungsreden deutlich. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

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Walter-Borjans und Esken hatten sich in einer Mitgliederbefragung gegen eine Vielzahl von Konkurrenten durchgesetzt. In der Stichwahl hatten sie vor knapp einer Woche mit rund 53 Prozent über das Team aus Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der Brandenburger Landespolitikerin Klara Geywitz gesiegt. Maßgebliche Unterstützung hatten Esken und Walter-Borjans dabei von den Jusos erhalten.

Im Laufe des Tages steht noch die Wahl der Stellvertreter an: Überraschend hatte sich Walter-Borjans in seiner Rede für fünf Stellvertreter starkgemacht - eigentlich sollte die Führungsspitze verkleinert werden. Doch dann hätte eine Kampfkandidatur zwischen Arbeitsminister Hubertus Heil und Juso-Chef Kevin Kühnert gedroht. Über den Vorstoß müssen allerdings erst noch die Delegierten entscheiden.

mho/dpa/Reuters