Ex-Gesundheitsministerin SPD-Politikerin Anke Fuchs gestorben

Sie war Vizepräsidentin des Bundestags, Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung und Gesundheitsministerin unter Helmut Schmidt. Nun ist Anke Fuchs nach langer Krankheit gestorben.

SPD-Politikerin Anke Fuchs (2007): "Unermüdlicher Kampf für die Gleichstellung von Frauen und Männern"
Norbert Försterling/dpa

SPD-Politikerin Anke Fuchs (2007): "Unermüdlicher Kampf für die Gleichstellung von Frauen und Männern"


Die frühere Bundesgesundheitsministerin Anke Fuchs ist tot. Die SPD-Politikerin starb am Montag nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Wilhelmshaven.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) würdigte seine ehemalige Präsidentin als engagierte Kämpferin für eine sozial gerechte Wohnungs- und Mietenpolitik. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung erinnerte ebenfalls an die Verdienste ihrer Ehrenvorsitzenden, die über Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung genossen habe.

Den Sozialdemokraten hatte sich die Hamburgerin bereits vor dem Abitur 1956 angeschlossen. Nach einer Laufbahn als Referentin für Arbeitsrecht und Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei der IG Metall arbeitete Fuchs von 1977 an als Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium.

Gesundheitsministerin unter Helmut Schmidt

Den Aufstieg zur Ministerin schaffte die zweifache Mutter 1982. Bundeskanzler Helmut Schmidt berief sie im April in das Ressort für Jugend, Familie und Gesundheit. Ihre Amtszeit währte jedoch nur wenige Monate, denn im Oktober 1982 brach die sozialliberale Koalition auseinander.

Danach hatte Fuchs zunächst wenig politisches Glück. Mehrere Anläufe auf Spitzenämter scheiterten: Die niedersächsische SPD bot ihr in den Achtzigerjahren die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl an - aber Fuchs lehnte ab, da sich ein deutlicher Vorsprung für Gerhard Schröder abzeichnete. 1990 trat sie bei der Landtagswahl in Sachsen gegen Kurt Biedenkopf (CDU) an, dessen Partei sich letztlich mit der absoluten Mehrheit durchsetzte.

Von 1998 bis 2002 war Fuchs Vizepräsidentin des Deutschen Bundestage, von 2003 bis 2010 stand sie an der Spitze der Friedrich-Ebert-Stiftung.

"Eine Sozialdemokratin durch und durch"

Bundestagsvize Thomas Oppermann (SPD) würdigte Fuchs als "engagierte Sozialpolitikerin".

Der sächsische SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig teilte mit: "Wir sind Anke dankbar für alles, was sie für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, aber auch für die Menschen in Sachsen und Deutschland, auf den Weg gebracht hat." "Mit ihrem unermüdlichen Kampf für die Gleichstellung von Frauen und Männern, mit ihrer unbequemen, aber charmanten Art hat sie immer dafür gesorgt, dass diejenigen Gehör fanden, die ihre Stimme selbst nicht erheben konnten", so Dulig weiter. Fuchs sei "eine Sozialdemokratin durch und durch, die uns fehlen wird".

Der aktuelle DMB-Präsident Lukas Siebenkotten erklärte in Berlin zum Tod von Anke Fuchs, diese sei eine "wichtige Stimme der Mieterorganisation" gewesen, die "die Wohnungs- und Mietenpolitik in Deutschland nachhaltig mitgeprägt hat". Der Verband verliere nun eine "engagierte Mitstreiterin und Kämpferin für eine sozial gerechte Wohnungs- und Mietenpolitik".

asa/dpa/AFP



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