SPD-Politikerin Nahles "Fiese Briefe" wegen Turbo-Babypause

"Egotrip", "karrieregeil": Andrea Nahles wird nach eigenen Angaben in Briefen beschimpft, weil sie nach der Geburt ihres Babys schnell in den Job zurückgekehrt ist. Die SPD-Generalsekretärin beklagt den rüden Tonfall - will sich aber trotzdem nicht beirren lassen.

SPD-Generalsekretärin Nahles: "Gesellschaftliche Kampfzone"
dapd

SPD-Generalsekretärin Nahles: "Gesellschaftliche Kampfzone"


Hamburg/Berlin - SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bekommt böse Briefe, weil sie nur kurz in der Babypause war und schnell in den Job zurückgekehrt ist. "Mutter sein und eine Führungsaufgabe wahrnehmen ist offenbar immer noch eine gesellschaftliche Kampfzone", sagte die 41-Jährige der Zeitschrift "Brigitte". Die Politikerin berichtet von "fiesen Briefen von wegen Egotrip, karrieregeil und so" - und die kämen überwiegend von Männern.

Nahles ist sich sicher: "Kind und Karriere geht - auch wenn man manchmal hin- und hergerissen ist." Sie konzentriere sich jetzt stärker auf das Wesentliche. "Bei meiner Arbeit gucke ich jetzt genau: Macht das Sinn? Durch das Kind verschleudere ich nicht mehr so viel Kraft für Unnötiges, und davon profitieren alle."

Nahles hatte früh angekündigt, nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder in den Job einsteigen zu wollen. "Für mich ist ganz klar: Mein Kind kommt nicht auf die Welt, um dann wieder wegorganisiert zu werden", sagte sie während der Schwangerschaft in einem "Brigitte"-Interview. "Ich möchte mit dem Kind leben. Aber ich werde auch weiter arbeiten."

Der "Bild" zufolge wollte auch ihr Mann Marcus Frings einige Monate Elternzeit nehmen. Zusätzlich solle sich eine Nanny um den Nachwuchs kümmern. Nahles und Frings hatten sich im Sommer 2009 kennengelernt und im Juni 2010 geheiratet. Im Januar 2011 brachte die Politikerin dann ihre Tochter zur Welt.

amz/dpa



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