Nahles-Nachfolge Jetzt will auch Robert Maier die SPD retten

Und noch ein Kandidat für den SPD-Vorsitz: Auch Robert Maier, Vizepräsident des Wirtschaftsforums der Partei, will sich um die Nachfolge von Andrea Nahles bewerben.

Hat er Chancen auf die Nahles-Nachfolge? Robert Maier
Wirtschaftsforum der SPD e.V./ Nanna Heitmann

Hat er Chancen auf die Nahles-Nachfolge? Robert Maier


Bis zum 1. September haben Kandidaten noch Zeit, sich für den SPD-Vorsitz zu bewerben. Jetzt hat auch der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Bewerbung angekündigt.

"Ich möchte deutlich andere Schwerpunkte setzen als die aktuelle Parteiführung, sowohl beim Thema Sicherheit und Migration als auch bei wirtschaftlichen Themen", sagte Maier der "Welt". Er wolle "nicht tatenlos zusehen, wie das Land nach rechts rückt und unsere SPD den Bach runtergeht".

Im August will Maier für seine geplante Kandidatur die nötige Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken organisieren. "Erste positive Signale habe ich bereits erhalten." Der Start-up-Unternehmer kritisierte: "Es fehlt eine mutige und offene Diskussion der Missstände in diesem Land." Es gebe eine große Besorgnis rund um das Thema Migration und Sicherheit. "Die Menschen fragen sich, ob der Staat sie schützen kann und ihre Sorgen ernst nimmt. Darauf hat die SPD keine Antwort", beklagte Maier.

SPD-Verfahren für den Parteivorsitz
Der Zeitplan im Überblick:
1. Juli: Bewerbungen
Ab diesem Tag können Zweierteams oder Einzelbewerber ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz einreichen. Für eine Kandidatur benötigen sie die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.
1. September: Regionalkonferenzen
Die Bewerbungsfrist endet. Die Kandidaten präsentieren sich danach in 23 Regionalkonferenzen der Basis. Fünf Wochen lang können sie bei den Mitgliedern für sich werben. Der Auftakt ist am 4. September in Saarbrücken, der Abschluss am 12. Oktober in München.
14. Oktober: Basisentscheid
Die rund 440.000 SPD-Mitglieder dürfen in einem Basisentscheid ihren Kandidaten oder ihr Kandidatenteam für die Parteispitze bestimmen.
26. Oktober: Ergebnis des Mitgliedervotums
Das Ergebnis des Mitgliederentscheids soll vorgestellt werden. Sollte kein Kandidat beziehungsweise kein Doppelteam über 50 Prozent der Stimmen erhalten, soll es einen Stichentscheid zwischen den beiden Erstplatzierten geben. Die Wahl ist rechtlich nicht bindend, politisch dürfte der Parteitag aber kaum am Votum der Mitglieder vorbeikommen.
6. bis 8. Dezember: Parteitag
In Berlin kommt der Bundesparteitag der SPD zusammen. Er soll den oder die Gewinner des Mitgliederentscheids formell an die SPD-Spitze wählen - und über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition entscheiden.

Auch fehle seiner Partei Zukunftsoptimismus hinsichtlich der Digitalisierung und neuer Technologien. "Einen Linksruck der SPD mit Kollektivierungs- und Enteignungsplänen lehne ich entschieden ab", machte Maier deutlich.

Vor rund zwei Monaten hatte Andrea Nahles ihren Rücktritt bekannt gegeben. Öffentlich bekannt für ihre Nachfolge sind bisher die Bewerbungen von

Der Vorsitz soll dann nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

Der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte am Wochenende erneut den Kurs der Partei kritisiert. Sie konzentriere sich zu sehr auf Minderheiten, dafür wurde er vom linken Flügel der SPD kritisiert.



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SPD-Verfahren für den Parteivorsitz
Der Zeitplan im Überblick:
1. Juli: Bewerbungen
Ab diesem Tag können Zweierteams oder Einzelbewerber ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz einreichen. Für eine Kandidatur benötigen sie die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.
1. September: Regionalkonferenzen
Die Bewerbungsfrist endet. Die Kandidaten präsentieren sich danach in 23 Regionalkonferenzen der Basis. Fünf Wochen lang können sie bei den Mitgliedern für sich werben. Der Auftakt ist am 4. September in Saarbrücken, der Abschluss am 12. Oktober in München.
14. Oktober: Basisentscheid
Die rund 440.000 SPD-Mitglieder dürfen in einem Basisentscheid ihren Kandidaten oder ihr Kandidatenteam für die Parteispitze bestimmen.
26. Oktober: Ergebnis des Mitgliedervotums
Das Ergebnis des Mitgliederentscheids soll vorgestellt werden. Sollte kein Kandidat beziehungsweise kein Doppelteam über 50 Prozent der Stimmen erhalten, soll es einen Stichentscheid zwischen den beiden Erstplatzierten geben. Die Wahl ist rechtlich nicht bindend, politisch dürfte der Parteitag aber kaum am Votum der Mitglieder vorbeikommen.
6. bis 8. Dezember: Parteitag
In Berlin kommt der Bundesparteitag der SPD zusammen. Er soll den oder die Gewinner des Mitgliederentscheids formell an die SPD-Spitze wählen - und über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition entscheiden.

als/dpa

insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
danubius 05.08.2019
1. Ob das wohl klappt?
" ... es fehlt eine mutige und offene Diskussion der Missstände innerhalb der SPD..." damit hat Robert Maier vollkommen Recht. Ob er dafür der richtige Mann (mit seinem Start-Up aus dem Bereich Mode, Möbel, Lifestyle) ist wage ich zu bezweifeln - auch wenn er aus einer Politikerfamilie (Ingrid Matthäus-Maier, FDP > SPD) stammt. Ich glaube vielmehr, dass er - marketingsprech formuliert, eine Diversifizierung seines Ichs anstrebt um dadurch ein zweites, stabileres Standbein aufzubauen.
ronald1952 05.08.2019
2. Wirklich?
Selten so gelacht! schönen Tag noch,
ThomasSturm 05.08.2019
3. Murmeltierwochen bei der SPD
Das ewig gleiche Ritual: die SPD wird abgewatscht, und ruft noch am Wahlabend aus, man wolle jetzt erst mal "keine Personaldebatten führen" das Ergebnis "genauestens analysieren" und anschließend "das Profil schärfen" - und steht am nächsten Tag ohne Parteiführung da. Die Zeit bis zur nächsten Wahl vertreibt man sich dann lustig mit "die Reise nach Jerusalem" Spielchen - wobei auch schon mal 2 Leute auf einen Stuhl dürfen. Bis zur nächsten Wahl hat man dann endlich einen neuen Sündenbock gefunden und das Murmeltier sagt am Wahlabend wieder Unwetter für die SPD voraus.
Aristocat 05.08.2019
4. Robert Maier... schon wieder ein Seeheimer...??? Nee !
Robert Maier... ein liberaler Wirtschaftspolitiker... der wäre viel besser bei der CDU oder bei der FDP aufgehoben. Sorry, aber der ist nicht wählbar innerhalb der SPD. Es muss endlich mal Schluss sein mit der Vormachtstellung des Seeheimer Kreises in der SPD, denn das sind genau die Leute auf deren Boden Hartz IV und die Agenda 2010 Politik gewachsen sind. Robert Maier wäre der letzte Sargnagel auf dem Deckel der SPD... KEIN WEITER SO !
drent 05.08.2019
5. Ein einsamer Kämpfer?
Er muß sich doch unbedingt noch eine Kämpferin engagieren. Schaun mer mal.
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