Mitgliederentscheid Scholz/Geywitz gegen Walter-Borjans/Esken in Stichwahl um SPD-Vorsitz

Die SPD-Mitglieder haben entschieden: In der Stichwahl um den Parteivorsitz werden Olaf Scholz und Klara Geywitz gegen Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken antreten.

Jörg Carstensen/dpa

Die beiden Kandidatenpaare Klara Geywitz und Olaf Scholz sowie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken sind in der Stichwahl für den SPD-Parteivorsitz. Das ist das Ergebnis des Mitgliederentscheids, teilte SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan in der Parteizentrale in Berlin mit. Damit ist je ein Kandidatenduo des linken und des rechten Parteiflügels in der Stichwahl.

Dabei erhielten die Brandenburgerin Klara Geywitz und Finanzminister Olaf Scholz mit 22,68 Prozent nur wenig mehr der gültigen Stimmen als die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans, auf die 21,04 Prozent entfielen. Keines der sechs Kandidatenpaare bekam also ein Viertel der gültigen Stimmen.

In den vergangenen zwei Wochen konnten die rund 425.000 Mitglieder der SPD darüber abstimmen, wer künftig die Partei führen soll. Allerdings nahmen nur relativ wenige von ihnen diese Möglichkeit wahr. Die Beteiligung lag Nietan zufolge bei 53,3 Prozent.

Die drittmeisten Stimmen erreichten mit 16,28 Prozent die frühere NRW-Familienministerin Christina Kampmann und Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt. Die Umweltpolitikerin Nina Scheer und der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, beide im Bundestag, landeten mit 14,63 Prozent auf dem vierten Platz - mit nur 41 Stimmen mehr als das Duo aus den beiden Landespolitikern Petra Köpping (Sachsen) und Boris Pistorius (Niedersachsen), die 14,61 Prozent der Stimmen erhielten. Die Vorsitzende der Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Ralf Stegner, profilierter Vertreter der Parteilinken, landeten mit 9,63 Prozent auf dem letzten Platz.

Da keines der Bewerberpaare eine absolute Mehrheit - also mindestens 50 Prozent - erreichte, werden die Mitglieder nun Ende November in einer Stichwahl über den Parteivorsitz entscheiden. Endgültig ins Amt wird die neue Doppelspitze im Dezember auf einem Parteitag in Berlin gewählt werden, wobei die Delegierten dem Votum der Mitglieder folgen sollen.

fdi



insgesamt 142 Beiträge
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someoption 26.10.2019
1. Karl ist raus
Tja, auch Karl Lauterbachs Homestory bei SPON hat nichts gebracht. Dann kann er sich wieder auf Twitter konzentrieren und heißen Dampf produzieren.
jf252358 26.10.2019
2. Wie kann man nur
Scholz wählen? Der hat noch nicht mal konkrete Inhalte genannt.
Andreas P. 26.10.2019
3. Ist eh egal...
... wer dann im November gewinnt: die SPD ist längst Geschichte. Gestorben bei der nächsten Bundestagswahl.
Dokoqueen 26.10.2019
4. Keine gute Wahl
Ich hatte so darauf gehofft, dass die SPD-Mitglieder endlich neue Wege gehen. Statt dessen heißt es nun "weiter so". Mann, die haben doch echt den Knall nicht gehört. Dabei brauchen wir eine linksbürgerliche Volkspartei, wie es die SPD einst war, mehr denn je. Aber dann müsste die SPD endlich mal ein eigenes Profil entwickeln. Sich auch weiterhin als verlängerter Arm der CDU zu präsentieren, das macht sie doch unkenntlich und wird irgendwann zum Verschwinden dieser eigentlich so wichtigen Partei führen. Ich bin echt traurig.
mullertomas989 26.10.2019
5. Dann bin ich für Scholz
Er hat in Hamburg vieles sehr gut gemacht - die absolute Mehrheit geholt, es war immer sein inoffizieller Traum, Kanzler zu werden, dann soll er es nun auch mal versuchen, als Parteivorsitzender die SPD zum Efolg zu führen (Ü20%). Wenn es schiefgeht, kann man ihn in 2 Jahren immer noch abwählen (und dann wäre in meinen Augen die Zeit gekommen für Kampmann und Roth)!
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