Mitgliederentscheid 123.010 SPD-Mitglieder haben bisher über Parteivorsitz abgestimmt

Die Regionalkonferenzen sind abgeschlossen, seit einer Woche können die SPD-Mitglieder über ihr neues Spitzenduo abstimmen. Generalsekretär Klingbeil hofft auf mehr Beteiligung - es geht auch um die GroKo.

Vorstellungsrunde in Duisburg: Nur wenige Parteimitglieder haben die Kandidatenduos bei den 23 Regionalkonferenzen live erlebt
Roland Weihrauch/ DPA

Vorstellungsrunde in Duisburg: Nur wenige Parteimitglieder haben die Kandidatenduos bei den 23 Regionalkonferenzen live erlebt


Die 23 Regionalkonferenzen sind vorüber, die Kandidaten für den SPD-Parteivorsitz haben sich ausgiebig vorgestellt, aus acht Kandidaten-Duos sind sechs geworden. Seit dem 14. Oktober dürfen die Mitglieder nun über den neuen SPD-Vorsitz abstimmen. Bisher haben das nur 28,9 Prozent der Parteimitglieder getan: 123.010 Stimmen wurden bislang online oder per Brief abgegeben, sagte ein SPD-Sprecher in Berlin. Die "Rheinische Post" hatte zuerst darüber berichtet.

Noch bis einschließlich diesen Freitag können die SPD-Mitglieder mitmachen, am Samstag soll ausgezählt und das Ergebnis verkündet werden. Sollte kein Duo 50 Prozent der Stimmen erreichen, folgt im November eine Stichwahl der beiden besten Teams. Endgültig gekürt wird die neue Doppelspitze dann auf einem Parteitag in Berlin im Dezember, wobei die Delegierten dem Votum der Basis folgen sollen.

Wie die Genossen abstimmen, könnte auch über Verbleib in der GroKo entscheiden

Die Abstimmung könnte einen Hinweis darauf geben, ob die SPD im Regierungsbündnis mit der CDU bleibt - je nachdem, wie gut GroKo-Kritiker abschneiden und welches Ergebnis der bekannteste Repräsentant der Koalition erzielt, Finanzminister Olaf Scholz.

Generalsekretär Lars Klingbeil hofft bis Ende der Woche auf noch mehr Beteiligung. "Nicht wenige in der Parteispitze entscheiden über den Vorsitz, sondern unsere rund 430.000 Mitglieder im ganzen Land", sagte Klingbeil der "Rheinischen Post". "Ich hoffe, dass noch viele diese Chance in den kommenden fünf Tagen nutzen und ihre Stimme für eines der sechs Teams abgeben werden."

Bei einem Mitgliedervotum im Frühjahr 2018 konnten die Genossen über den Eintritt in die große Koalition abstimmen. 78 Prozent der Mitglieder nahmen damals an der Abstimmung teil.

Nur rund fünf Prozent der Mitglieder hatten an einer der Regionalkonferenzen teilgenommen.



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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
herbert 21.10.2019
1. eine Partei mit diesem internen Zirkus
und einem SPD Scholz der jetzt noch die Klein Aktien Sparer mit Steuern belegen will ist absolut nicht wählbar.
lutfikus 21.10.2019
2. Viel mehr Beteiligung ...
wird's auch nicht geben. Warum? Weil die Mehrzahl der SPD Mitglieder im fortgeschrittenen Alter ist, keinen PC und vom Internet noch nie was gehört hat. Und es sie auch nicht wirklich interessiert. Mein 89-jähriger Vater ist da wohl leider ein repräsentativer Vertreter dieser Gattung. Schade! Ich würde wetten, dass da keine 50% zusammen kommen. Es sei denn, man geht wieder auf das gute alte Klinkenputzen über und führt senilen, desinteressierten Mitgliedern die Hand ...
romeov 21.10.2019
3. Wie kommt das an?
...innerparteilich liegt man sich selbstverliebt in den Armen. Die Aussenwirkung aber zeigt ein Haufen konturloser, beamtischer Politiker, die sich darin selbst übertreffen, so politisch-korrekt als möglich rüberzukommen.
spon_5112961 21.10.2019
4. Scytl?
Hoffe nicht, daß diese Online-Voting-Software am rumfälschen ist, die die Genossen ja fatalerweise zugelassen haben...
Athlonpower 21.10.2019
5. Und das gleiche dann 2020-2021 um den Kanzlerkandidaten
Zitat von romeov...innerparteilich liegt man sich selbstverliebt in den Armen. Die Aussenwirkung aber zeigt ein Haufen konturloser, beamtischer Politiker, die sich darin selbst übertreffen, so politisch-korrekt als möglich rüberzukommen.
Und es wird noch schlimmer kommen, auf die gleiche Art und Weise wird man dann 2020 die Aktion über den/die KanzlerkandidtenInnen laufen lassen, was ja schon eine gigantische Wählerveräppelung darstellen wird, ein 10-15% Partei sucht dann auch noch einen Kanzlerkandidaten und wir können also davon ausgehen, daß die Ex-Volkspartei SPD sich auch die nächsten beiden Jahre nur mit sich selbst beschäftigen wird, sozusagen totale Selbstbefriedigung bevor der letzte im Willy-Brandt-Haus den Strom abstellt und die Tür zusperrt:-)
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